Moskitos sind Überträger von gefährlichen Krankheiten wie Malaria, Denguefieber und Gelbfieber, die jährlich bis zu einer Millionen Tote fordern. Aus diesem Grund wollen Forscher der Biotech-Firma Oxitec genetisch manipulierte Moskitos einsetzen, um Populationen in Florida zu dezimieren. Die Zulassungsbehörde FDA hat jedoch Bedenken.


Mosquito

 


Angriff von innen

Oxitecs Forschung greift die Art Aedes aegyptis an, die mehrere gefährliche Krankheiten überträgt. Das Unternehmen modifizierte ein Gen, sodass die Larven der Moskitos sich nicht weiterentwickeln können. Da nur die weiblichen Moskitos stechen, manipulieren die Forscher männliche Moskitos. Wenn die manipulierten Männchen losgelassen werden, übertragen sie das fehlerhafte Gen auf wild lebende Weibchen, was in einem erheblichen Rückgang der wilden Pupulation resultiert. 2012 gelang es Oxitec auf diese Weise, die Moskito-Population auf den Cayman-Inseln um 96 Prozent zu dezimieren.

Die Bedenken der FDA

Trotz der erfolgreichen Feldversuche hat die amerikanische Aufsichtsbehörde für Nahrung und Medikamente, die FDA, erhebliche Bedenken gegenüber Oxitechs Methode. Teilweise sind diese Bedenken in der allgemeinen Unwissenheit der Bevölkerung in Sachen Gentechnik begründet. Außerdem gibt es Bedenken, dass genmanipulierte Moskitos Menschen stechen und so manipulierte DNA in ihren Blutkreislauf gelangt. Oxitec jedoch versichert, dass nur manipulierte Männchen losgelassen werden. Da der “infizierte” Nachwuchs den Larvenstatus nicht verlassen kann, soll dieses Szenario laut Oxitec so gut wie unmöglich sein. Des weiteren versichert das Unternehmen, dass die manipulierte DNA für Menschen komplett ungefährlich ist.

Trotz dieser Versicherungen werfen Kritiker Oxitec vor, dass nicht garantiert werden kann, dass wirklich nur manipulierte Männchen freigelassen werden und die modifizierte DNA für Menschen unbedenklich ist.

Hinzu kommen Bedenken, wie sich das derart starke Dezimieren einer Spezies auf das Ökosystem der Florida Keys auswirkt. Die Ökologen sind sich zwar sicher, dass die offen gelassene Lücke schnell von einer anderen Spezies gefüllt wird, aber sie haben Schwierigkeiten damit, eine Aussage darüber zu treffen, was für eine Spezies dies sein wird und ob die daraus resultierenden Effekte besser oder schlechter als die der Moskitos sind.

Obwohl durch Moskitos übertragene Krankheiten in den USA verhältnismäßig selten auftreten, werden die Moskitos selber jedoch zunehmend resistenter gegen Insektizide und andere traditionelle Methoden, um die Population niedrig zu halten.

 

 

Foto: RamónP (CC-BY-2.o)

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