Allzu selten sieht man sie noch, die Wildblumenstreifen rund um die Äcker. Eigentlich gehören diese ebenso schönen wie nützlichen Zonen nicht nur um die Felder herum, sondern mitten hinein. Vor der allgemeinen Flurbereinigung war es tatsächlich noch genauso, doch zur »Verbesserung der Produktionsbedingungen« mussten viele Hecken und kunterbunte Blumenwiesen weichen. Dabei hielten sie wahrscheinlich damals schon Schädlinge fern!


Wildblumen als Ersatz für Pestizide? / Foto: Werner Gees

Das Aufkommen von Schwebfliegen und Bodenkäfern gezielt erhöhen

Ein einfaches Naturgesetz lautet: Wer möglichst wenig Schädlinge auf seinen Feldern haben möchte, der muss ihren Fressfeinden möglichst gute Bedingungen bieten. In früheren Zeiten wusste man das noch sehr gut, doch heute halten die Pestizide alles in Schach. Wie die Zeitschrift »The Guardian« berichtete, unternahm das Center for Ecology and Hydrology (CEH) jedoch vor kurzem einen ersten Feldversuch, Wildblumenstreifen in großen landwirtschaftlich genutzten Flächen zu integrieren. Die Streifen wurden im letzten Herbst auf 15 verschiedenen Farmen angelegt und die Forscher werden sie über die nächsten 5 Jahre sehr genau beobachten. Ihre Erwartung besteht darin, dass sich das Aufkommen von Schwebfliegen, Bodenkäfern und Wespen im Bereich der Wildblumenpopulation stark erhöht. Diese werden dann einen besonders guten Zugriff auf die Schädlinge im Feld haben, weil sie sich eben nicht nur am Rand des großen Areals befinden.

Jeder Wildblumenstreifen ist etwa 6 Meter breit

GPS-gesteuerte landwirtschaftliche Maschinen könnten problemlos diese wertvollen Wildblumenstreifen umfahren und nur die tatsächliche Ernte einbringen. Die bunt blühenden Zonen befinden sich in einem Abstand von 100 Metern zueinander, jede von ihnen ist etwa 6 Meter breit. Sie bestehen unter anderem aus Margariten, wilden Möhren, rotem Klee und Flockenblumen. Ob sich damit das Sprühen von Pestiziden endlich erledigt hat, bleibt zwar noch abzuwarten, doch die Hoffnungen sind hoch. Auch in der Schweiz wandelt man bereits auf ähnlichen Pfaden, hier werden beispielsweise Kornblumen, Koriander und Buchweizen gesät. Wer weiß, vielleicht bahnt sich nun endlich auch ein gangbarer Weg an, gegen das Insektensterben vorzugehen.


Quelle: inhabitat.com

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