Während rauchende Fabrikschlote sofort mit negativen Auswirkungen auf das Weltklima assoziiert werden, sehen Reisfelder auf den ersten Blick eher harmlos aus. Doch auch der Reisanbau spielt bei der Produktion von Treibhausgasen eine große Rolle. Denn keine andere Pflanze sondert so viel Methan ab wie der Reis. Methan wiederum ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas. Der Weltklimarat IPCC schätzt, dass vor allem der Reisanbau für die steigenden Methanemissionen vieler asiatischer Länder verantwortlich ist. Eine veränderte Anbautechnik könnte daher dazu beitragen, die Klimaemissionen zu verringern – ohne dafür beispielsweise ganze Kraftwerke abschalten zu müssen.


Reisanbau auf den Philippinen
Reisanbau auf den Philippinen

Bis zu 50 Prozent der Emissionen ließen sich einsparen

Wissenschaftler haben dabei festgestellt, dass die abgegebene Menge an Methan in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der von der Pflanze produzierten Reiskörner steht. Oder anders ausgedrückt: Je mehr Reiskörner eine Pflanze trägt, desto weniger Methan gibt sie später in die Atmosphäre. Durch gezielt ausgesuchte Anbauflächen und neue Anbautechniken könnten auf diese Weise bis zu 50 Prozent der Methanemissionen eingespart werden. Doch die Umsetzung ist gar nicht so einfach. Denn viele der Reisbauern in Asien müssen in erster Linie ihre Familien ernähren und können dabei nur wenig Rücksicht auf das Weltklima nehmen.

Dreijähriger Feldversuch erwies sich als erfolgreich

Ein Team von Forschern aus den USA, China und Schweden hat sich daher der Reispflanze selbst angenommen. Sie fügten der Reispflanze ein Gen der Gerstenpflanze hinzu und sorgten so dafür, dass die Pflanze deutlich mehr Reiskörner produzierte. Ein dreijähriger Feldversuch in China zeigte dann, dass auf diese Weise wirklich der Ertrag der Pflanze erhöht und die Methanemissionen gesenkt werden konnten. Bevor die neu entwickelte Reissorte namens SUSIBA2 aber tatsächlich flächendeckend zum Einsatz kommen kann, müssen zunächst noch einige ethische und biologische Fragen geklärt werden. So muss beispielsweise untersucht werden, welche Auswirkungen die reduzierten Methanemissionen auf das weitere Biosystem haben.


Via: Phys.org

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