Einen letzten Aufschub gibt es für die Produzenten von Plastik-Trinkhalmen noch: Das von der EU geplante Verbot wird erst im Jahr 2021 inkrafttreten. Doch für die Hersteller ist damit klar: So wie bisher kann es nicht weiter gehen. Die verschiedenen Unternehmen investieren daher massiv in Alternativen und wollen so versuchen, ihr Geschäft am Leben zu erhalten. So wird die Trinkhalm-Union aus Hamburg auch weiterhin die alten Produktionsanlagen nutzen. Lediglich der verwendete Rohstoff ändert sich: Statt Polypropylen kommt zukünftig PLA zum Einsatz. Der neue Kunststoff ist biologisch abbaubar und fällt daher nicht unter das geplante Verbot. Weil das Granulat aber rund sechsmal so teuer ist wie der bisher verwendete Kunststoff steigen auch die Preise für die Trinkhalme.


Bio-Plastik und Papier als Alternative

So kosteten 10.000 große Strohhalme für die Gastronomie bisher 51 Euro. Zukünftig werden es 110 Euro sein. Umgerechnet auf das einzelne Getränk ergeben sich somit zusätzliche Kosten von etwa einem halben Cent. Dennoch dürften einige Gastronomen die Preissteigerung zum Anlass nehmen, um sich nach Alternativen umzuschauen. Die Trinkhalm-Union will daher zukünftig auch Produkte aus Papier anbieten. Eine entsprechende Produktionsanlage in Spanien wird bereits errichtet. Ähnlich sieht die Situation beim europäischen Marktführer, der griechischen Firma Matrix Pack, aus: Dort sollen in erster Linie Produkte aus biologisch abbaubaren Kunststoffen die bisher vertriebenen Plastik-Strohhalme ersetzen. Parallel dazu wird aber auch hier an Alternativen aus Papier geforscht.


Auch die Makkaroni-Nudel erfreut sich großer Beliebtheit

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt hingegen das Startup Halm. Die Firma hat einen Trinkhalm aus Glas entwickelt. Dieser soll bruchsicher sein und sich einfach spülen lassen. In der Anschaffung ist er aber natürlich deutlich teurer, weshalb vor allem Betriebe, die große Stückzahlen benötigen, von der Investition erst einmal Abstand nehmen. Auf lange Sicht soll sich der Kauf den Berechnungen des Startups zufolge aber lohnen. Eine gewissermaßen natürliche Alternative zum Plastik-Trinkhalm gibt es auch: Immer mehr Unternehmen setzen auf Makkaroni-Nudeln. Bei Heißgetränken kann die Nudel anschließend sogar direkt verspeist werden. Andere Betriebe hingegen haben angekündigt, zukünftig Trinkhalme nur noch in besonderen Fällen zur Verfügung zu stellen – etwa bei Kunden mit Behinderung, die auf eine solche Trinkhilfe angewiesen sind.

Via: Handelsblatt

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