Im vergangenen Jahr ist der Umsatz mit fair gehandelten Produkten hierzulande um stolze 15 Prozent gestiegen. Damit hat Deutschland Großbritannien als wichtigster europäischer Markt überholt. Möglich wurde dies vor allem, weil das Fairtrade-Logo inzwischen auch bei den großen Supermarktketten und Discountern präsent ist. Insgesamt wurde ein Umsatz von 1,33 Milliarden Euro erzielt. Daraus ergab sich dann eine Ausschüttung in Höhe von 25 Millionen Euro. Das Geld wird von den Erzeugerbetrieben genutzt, um in das eigene Unternehmen zu investieren – etwa durch Schulungen für Mitarbeiter oder eine verbesserte Lagerhaltung. Letztlich kann das Geld so auch dazu beitragen, die Problematik der Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Die Ausschüttungen sind aber nur ein Randaspekt des fairen Handels. Hauptsächlich geht es darum, dass die Hersteller von höheren Einkaufspreisen profitieren.


Bild: Sean Hawkey

Das größte Umsatzplus war beim Kakao zu verzeichnen

Dies wiederum bedeutet aber auch: Der Kunde in Deutschland muss ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. So werden Bananen hierzulande oftmals als Lockangebot für 0,99 Euro pro Kilogramm angeboten. Fair gehandelte Bananen müssen hingegen mindestens 1,39 Euro kosten, um den garantierten Abnahmepreis plus die flexiblen Prämien zu finanzieren. Faktisch haben sich Fairtrade-Bananen daher größtenteils nur im Biosektor etablieren können – wo sie vom allgemeinen Boom in diesem Bereich profitieren. Dadurch legte der Umsatz mit fair gehandelten Bananen im letzten Jahr um 21 Prozent zu. Ebenfalls erfreuliche Zahlen gab es bei Kaffee (+ 8 Prozent), Kakao (+ 23 Prozent) und Schnittblumen (+ 4 Prozent). Bei Rosen konnte sich Fairtrade inzwischen sogar einen beachtlichen Marktanteil erkämpfen: Mehr als jede vierte hierzulande gekaufte Rose trägt das Logo der Organisation.

Der Klimawandel droht ganz neue Probleme mit sich zu bringen

Betrachtet man die Entwicklung in den letzten zehn Jahren, kann man durchaus sagen, dass die Konsumenten in Deutschland für einen Boom des fairen Handels gesorgt haben. Denn im Jahr 2008 lag der Umsatz der Fairtrade-Produkte bei gerade einmal 200 Millionen Euro. Dennoch warnt die Organisation, dass auch die Preise im fairen Handel bald zu niedrig sein könnten. Denn durch den Klimawandel drohen auf die Herstellern, die zumeist aus Ländern der Südhalbkugel stammen, hohe Kosten zu zukommen. Diese Problematik zu lösen, wäre dann Aufgabe der Politik. Schon seit längerem fordert Fairtrade zudem, den Mehrwertsteuersatz für fair gehandelte Produkte zu reduzieren. Auch der neue Finanzminister Olaf Scholz ist darauf bisher aber nicht eingegangen.

Via: Fairtrade


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1 Kommentar

  1. Kevin

    17. Mai 2018 at 13:49

    Im Großen und Ganzen eine sehr schöne und begrüßenswerte Entwicklung. Ich denke aber das auch irgendwann das Ende dieser Entwicklung erreicht ist, wenn sich das Lohnniveau nicht ändert. Vielen Menschen ist es schlicht nicht möglich auf solche Produkte zurückzugreifen und somit die Erzeuger stärker zu unterstützen.

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