Die Sojabohne MON 87701 × MON 89788 wird inzwischen auf 73,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Südamerika angebaut. Die Pflanze wurde gentechnisch verändert. Seither besitzt sie eine doppelte Resistenz: Gegen Schädlinge und gegen den Unkrautvernichter Glyphosat. In Europa wird die Bohne bisher nicht angebaut. Bereits im Jahr 2009 beantragte Monsanto allerdings, Lebensmittelzutaten und Futtermittel, die auf dem genveränderten Soja basieren, innerhalb der Europäischen Union verkaufen zu dürfen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schaute sich die Pflanze daraufhin an und stellte fest: In Sachen gesundheitlicher Gefährdung für Mensch und Tier besteht kein Unterschied zwischen einer natürlichen Sojabohne und der von Monsanto veränderten Version. Die EU-Komission erteilte dem Konzern daher die notwendige Genehmigung für die Einfuhr nach Europa.


Law Gavel
Foto: Justice Gavel, Tori Rector, Flickr, CC BY-SA 2.0

Auch der EuGH hatte keine Einwände gegen die erteilte Genehmigung

Darauf folgte allerdings ein Rechtsstreit, der rund ein Jahrzehnt dauerte und nun ein Ende fand. Denn drei Nichtregierungsorganisationen – namentlich TestBioTech, European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility und Sambucus – hielten die Prüfung der EFSA für unzureichend und klagten daher gegen die Zulassung. Damit scheiterten sie allerdings sowohl bei der EU-Kommission als auch vor dem EU-Gericht. Die Aktivisten legten allerdings jeweils Einspruch ein, so dass sich nun der Europäische Gerichtshof in Luxemburg mit der Frage beschäftigen musste. Auch die Richter dort wiesen die Klage allerdings vollständig ab. Damit ist der Rechtsweg ausgeschöpft und die Entscheidung kann nicht mehr angefochten werden. Monsanto kann die Sojabohne MON 87701 × MON 89788 somit in allen Ländern der EU verkaufen.

Genverändertes Soja wird in der Regel als Tierfutter genutzt

In den Supermärkten dürften Produkte, bei denen die fragliche Sojabohne verarbeitet wurde, allerdings eher nicht auftauchen. Denn die entsprechenden Lebensmittel müssten mit dem Aufdruck „genetisch verändert“ gekennzeichnet werden. Dies dürfte bei den meisten Kunden eher zu einer ablehnenden Haltung führen. Normalerweise kommt das genveränderte Soja daher als Tierfutter zum Einsatz. Auch hier müssen die Säcke zwar entsprechend gekennzeichnet werden. Weil der Endkunde dies aber nicht zu sehen bekommt, ist der abschreckende Effekt deutlich kleiner. Unabhängig von der Frage, ob Gentechnik eingesetzt wird oder nicht, steht Soja als Tierfutter in der Kritik. Denn um die benötigten Anbauflächen zu generieren, wird teilweise der südamerikanische Regenwald gerodet. Einige Unternehmen wollen daher zukünftig auf Insektenmehl als proteinreiche Alternative setzen.


Via: Deutsche Welle

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