Batterien sind gleich in mehrfacher Hinsicht die Achillesferse von Elektroautos. Denn zum einen ist die begrenzte Reichweite einer der Gründe, weshalb sich noch immer die meisten Käufer für den klassischen Verbrennungsmotor entscheiden. Zum anderen bringen Produktion und Entsorgung der Batterien aber auch eine nicht zu unterschätzende Belastung für die Umwelt dar. Hinzu kommt: Die für die Herstellung der Energiespeicher benötigten Rohstoffe müssen auf dem Weltmarkt beschafft werden – was nicht immer ganz so einfach sein dürfte. Der Münchener Autobauer BMW hat sich daher nun einem Konsortium angeschlossen, dass für einen geschlossenen Kreislauf in der Batterieindustrie sorgen soll. Oder mit anderen Worten: Die Batterien der Elektroautos sollen zukünftig recycelt werden.


Bild: BMW

Recycling könnte eine Rohstoffknappheit verhindern

Neben dem deutschen Autohersteller sind auch das belgische Recyclingunternehmen Umicore und der schwedische Batteriehersteller Northvolt an dem Projekt beteiligt. Im Idealfall werden die produzierten Batterien dann zunächst in Elektroautos verbaut. Nach einer gewissen Zeit dort, werden sie ausgetauscht und als Stromspeicher genutzt. Sinkt die Leistungsfähigkeit schließlich soweit, dass auch diese Nutzungsform nicht mehr möglich ist, beginnt das eigentliche Recycling. Aus den Batterien sollen dabei so viele wertvolle Rohstoffe wie möglich zurückgewonnen werden. Dies ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern könnte auch dazu beitragen, dass sich die Preise auf dem Weltmarkt nicht zu stark erhöhen. Die notwendige Expertise in Sachen Recycling sollen vor allem die Experten von Umicore einbringen, während siche BMW und Northvolt auf die Entwicklung der Batteriezellen konzentrieren.

Northvolt will in Europa Batteriezellen produzieren

Die beiden Unternehmen könnten zukünftig zudem noch in einem weiteren Bereich zusammenarbeiten. Denn der schwedische Konzern errichtet aktuell die größte Batteriefabrik Europas und wäre damit der erste Massenanbieter außerhalb Asiens. Aktuell werden noch Abnehmer für die dort produzierten E-Auto-Batterien gesucht. Bei BMW scheint man in diesem Punkt nicht abgeneigt zu sein, will aber zunächst abwarten, ob die Produktion auch tatsächlich wie geplant anläuft. Aus politischer Sicht genießt das Projekt jedenfalls Rückenwind. Zuletzt hatten sich sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission für eine europäische Batterieproduktion ausgesprochen. Andernfalls könnte wichtige Expertise verloren gehen, so die Befürchtung der Politiker. Letztlich entscheiden aber natürlich die Marktteilnehmer, wo die Batterien produziert werden.


Via: Engadget

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