Bisher gab es auf den deutschen Straßen eine gewisse Ungerechtigkeit zu beobachten. Während die EU-Kommission für Autos immer stärkere Reduzierungen des CO2-Ausstoßes durchsetzte, blieben die zumeist auf der rechten Spur fahrenden Lastwagen davon vollkommen unberührt. Inhaltlich zu begründen ist diese Unterscheidung nicht. Denn der Warentransport trägt signifikant zum CO2-Ausstoß des Verkehrssektors bei. Das Europäische Parlament hat daher nun erstmals entsprechende Einsparziele beschlossen – und ist dabei noch über die Forderung der Kommission hinausgegangen. Bis zum Jahr 2030 soll demnach der CO2-Ausstoß von Lastwagen im Schnitt um 35 Prozent sinken. Als Grund für die Maßnahme werden die Verpflichtungen aus dem Pariser Weltklimavertrag genannt. Hier hatte sich die EU zu einem deutlich stärkeren Klimaschutz verpflichtet, konnte bisher aber noch nicht alle Zusagen erfüllen.


Auch Lastwagen müssen bald klimafreundlicher werden.

Die Hersteller sehen Arbeitsplätze in Gefahr

Die Reaktionen auf das Votum des Parlaments fielen gemischt aus. Umweltschützer begrüßten die Entscheidung und verwiesen auch auf aktuelle Entwicklungen. So habe der extrem heiße Sommer in diesem Jahr gezeigt, dass sich das Klima bereits zu ändern beginne. Es seien daher entschiedene Gegenmaßnahmen notwendig. Naturgemäß anders sahen dies die Hersteller der Lastwagen. Sie argumentierten, dass durch die neuen Vorgaben die Wettbewerbsfähigkeit der Branche in Gefahr sei und dadurch auch zahlreiche Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden. Ähnliche Warnungen gab es in der Vergangenheit allerdings auch aus der Autoindustrie, haben sich dort in der Regel aber nicht bewahrheitet. Dennoch ist aktuell noch unklar, wie hoch die zwangsweise Reduktion tatsächlich ausfallen wird. Denn noch müssen auch die Mitgliedsstaaten zustimmen.

Die Umweltminister müssen sich noch einigen

Bisher konnten sich die zuständigen Ministerien aber noch nicht auf eine gemeinsame Position einigen. Viele Länder stehen einer neuen Regelung allerdings grundsätzlich positiv gegenüber. Widerspruch wird ausgerechnet von den drei großen Ländern Deutschland, Italien und Frankreich erwartet. Denn dort sitzen die meisten LKW-Hersteller in der Europäischen Union. Entschieden werden soll die Frage am 20. Dezember bei einem Treffen der EU-Umweltminister. Schon jetzt ist aber klar: Ganz ohne neue Vorgaben wird die LKW-Branche in Zukunft nicht mehr operieren können. Auch Lastwagen müssen zukünftig also zum Klimaschutz beitragen. Alternativen zum Verbrennungsmotor gibt es auch in der Logistik längst: Etwa den Fuso eCanter von Daimler, den Tesla Semi Truck oder Lastwagen mit Oberleitung.


Via: Wiwo

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