Sich gesund und ausgewogen zu ernähren kann zuweilen ganz schön schwierig sein. Dafür schmecken Pizzen, Süßigkeiten oder Chips einfach zu gut. Forscher des Kompetenzclusters Nutricard der Universitäten Leipzig, Halle und Jena haben deshalb einen Ansatz entwickelt, um eine bessere Ernährung zu ermöglichen: Statt Ernährungsgewohnheiten zu verändern wollen die Forscher gesündere Lebensmittel entwickeln und so langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.


Foto:  Wall_Food_10064, Michael Stern, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Wall_Food_10064, Michael Stern, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gesündere Lebensmittel in Mitteldeutschland

Bei der Herstellung von Lebensmitteln ist es für die Industrie oft zweitrangig, wie gesund diese tatsächlich sind. “Nehmen Sie zum Beispiel Weißbrot. Lange Zeit war die Industrie stolz auf das weiße, kleiefreie Mehl, das sie herstellen konnte. Bis Ernährungswissenschaftler feststellten, wie wichtig Ballaststoffe für unsere Gesundheit sind”, erklärt Prof. Gabriele Stange von der Universität Halle. Im Rahmen des Nutricard-Projekts will die Professorin für Humanernährung die gesundheitlichen Auswirkungen der Lebensmittel wieder in den Vordergrund rücken und den Zusammenhang zwischen Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforschen. Dabei wird sie von Kollegen der Universitäten Jena und Leipzig sowie von Partnern aus der Industrie unterstützt.

Besonders in Mitteldeutschland scheint es Handlungsbedarf zu geben. Thüringen und Sachsen-Anhalt haben beide einen überdurchschnittlich hohen Anteil übergewichtiger Kinder, und auch in Sachen Herzinfarkt-Sterblichkeit steht Sachsen-Anhalt unter allen Bundesländern an zweiter Stelle.


Vitamin D und weniger Salz

Eines der Projekte im Rahmen des Nutricard-Programms beschäftigt sich mit dem Thema Vitamin D. Mit Hilfe von mehr Licht im Stall wollen die Forscher den Vitamin-D-Gehalt in Hühnereiern erhöhen. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zahlreichen anderen Krankheiten wie Knochenbrüchigkeit, Krebs, Muskelschwäche und bestimmten Autoimmunerkrankungen assoziiert, und besonders im Winter leiden viele Menschen unter Vitamin-D-Mangel. Denn für die Vitamin-D-Synthese im Körper wird Sonnenlichteinstrahlung benötigt.

Ein weiterer Ansatz ist die Reduktion des Salzgehalts von Lebensmitteln. “Wir wissen, dass der hohe Salzgehalt in den Lebensmitteln, die derzeit produziert werden, bei vielen Menschen zu hohem Blutdruck führt und damit auch das Risiko für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Uns stellt sich deshalb die Frage: Wie weit kann man den Salzgehalt von Lebensmitteln senken, ohne dass es für den Menschen geschmacklich einen Unterschied macht?”, erklärt Stangl.

In den USA seien ähnliche Programme bereits erfolgreich durchgeführt worden. In Mitteldeutschland wollen die Forscher nun nach der zweiten Förderphase ein Zentrum für Ernährungsforschung gründen.

via Uni Halle

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