Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hat in den letzten 10 Jahren einen erhöhten Stellenwert erhalten. Neben dem begrüßenswerten Ergebnis, dass die Menschen sich wieder mehr Gedanken über ihre Ernährung machen, entstanden so auch zahlreiche mehr oder minder sinnvolle Ernährungstrends. Ein neuer Trend könnte aus gentechnisch fettreduzierten Nahrungsmitteln bestehen. Chinesischen Forschern gelang es unter Einsatz der Genschere CRISPR, schlankere Schweine zu züchten. Das Ergebnis: Fettreduzierter Speck.


Schlankere Schweine dank Gentechnik

Speck ohne Fett wirkt auf manch einen wenig ansprechend. Wer allerdings trotz einer gesunden Ernährung nicht auf den Geschmack von knusprig gebratenen Speck verzichten will, für den könnte die Forschung der chinesischen Wissenschaftler durchaus interessant sein.


Die Forscher züchteten mit Hilfe von CRISPR 12 Schweine, die etwa ein Viertel weniger Körperfett hatten als normale Schweine. Dabei machten sie sich das Protein UCP1 zunutze, das für die Regulierung der Körpertemperatur und die Fettverbrennung zuständig ist. Ursprünglich war es das Ziel des Projekts, die Körpertemperatur der Tiere leicht zu erhöhen, um so Kosten beim Beheizen der Ställe zu sparen. Die Reduzierung des Körperfetts war dabei lediglich ein Nebeneffekt.

„UCP1 KI pigs are a potentially valuable resource for the pig industry that can improve pig welfare and reduce economic losses“, so die Forscher in ihrer Studie. Potentiell könnte die Methode auch bei Rindern oder Hühnern zum Einsatz kommen.

Der Einsatz von Gentechnik in Nahrungsmitteln wird stark diskutiert

Auch wenn der erreichte Effekt grundsätzlich nicht verkehrt ist, wirft die Anwendung von CRISPR zur Beeinflussung der Entwicklung von Tieren ethische Fragen auf. In den USA beispielsweise ist der Einsatz von CRISPR bisher nur für den Einsatz an menschlichen Embryos zugelassen, die nur wenige Tage alt werden.

Genetisch modifizierte Nahrungsmittel sind ein umstrittenes Thema, sowohl in den USA als auch in Europa. Gentechnik hat das Potential, den globalen Hunger nachhaltig zu bekämpfen. Auf der anderen Seite muss die genetische Modifikation von Nahrungsmitteln streng überwacht werden – es sind längst nicht alle möglichen Folgen bekannt. Die USA ist tendenziell ein wenig mehr „pro Gentechnik“ als die EU, weshalb es durchaus möglich wäre, dass sich in Zukunft dort fettreduzierter Speck in den Regalen findet. Mal davon abgesehen, dass eine ausgewogene Ernährung auch mit ganz normalem Speck möglich ist.

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2 Kommentare

  1. TeslaElmo

    26. Oktober 2017 at 12:08

    „Mal davon abgesehen, dass eine ausgewogene Ernährung auch mit ganz normalem Speck möglich ist.“

    Ohne Speck oder Fleisch geht auch und ist noch gesünder.

  2. Alexander Trisko

    27. Oktober 2017 at 19:12

    @TeslaElmo

    Der wissenschaftlich fundierte Nachweis, dass eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch ungesünder als eine ohne ist, würde mich brennend interessieren.

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