Wer mit dem Auto in der Londoner Innenstadt unterwegs ist, kommt in der Regel nicht übermäßig schnell voran. Statistiken haben gezeigt, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit bei lediglich rund dreizehn Stundenkilometern liegt. Die öffentlichen Verkehrsmittel bieten eine beliebte Alternative, operieren aber bereits nahe ihrer Kapazitätsgrenze. Grund genug für die Stadtverwaltung ein anderes Verkehrsmittel in den Blick zu nehmen: Das Fahrrad. Mit fünf Maßnahmen soll das Leben der Radfahrer erleichtert – und so deren Zahl weiter erhöht werden:


1. Ein Leihsystem für Fahrräder

Schon unter dem ehemaligen Bürgermeister und heutigen Außenminister Boris Johnson wurde mit dem Aufbau eines Netzes von Verleihstationen begonnen. Die dort erhältlichen Räder sind in einem markanten rot designt und waren lange auch als „Boris Bikes“ bekannt. Inzwischen gibt es auf dem gesamten Stadtgebiet 750 Stationen.

By FiatLUX (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

2. Fahrradautobahnen

In London werden sie „Cycle Superhighways“ genannt und sorgen dafür, dass Radfahrer weitgehend vor anderen Verkehrsteilnehmern geschützt sind. So sorgt eine Bordsteinkante für eine physische Trennung vom Rest der Straße. Dadurch kann der Radverkehr schneller fließen und die Sicherheit der Fahrer ohne Knautschzone wird erhöht.


3. Das Programm „Mini Holland“

Um die Superhighways miteinander zu verbinden, sind aber auch Investitionen in der Fläche nötig. Drei Gemeindebezirke erhalten daher jeweils dreißig Millionen Pfund, um die Radinfrastruktur vor Ort auszubauen. Zukünftig soll das Programm zudem ausgeweitet werden. Insgesamt will der neue Bürgermeister Sadiq Khan 770 Millionen Pfund in die Förderung des Radfahrens investieren.

4. Mehr Sicherheit an Kreuzungen

Die Stadtverwaltung hat die 33 gefährlichsten Kreuzungen der Stadt identifiziert und ergreift dort teilweise ungewöhnliche Maßnahmen. So wurde die unfallträchtigste Kreuzung der Stadt schlicht für alle Fahrzeuge außer Rädern und Bussen gesperrt.

5. Maut für Autos

Bereits seit einigen Jahren besteht in der Londoner Innenstadt zudem eine Mautpflicht. Diese hat zumindest dafür gesorgt, dass sich die Verkehrssituation dort ein wenig beruhigt hat. Außerdem wird dadurch die Nutzung des Fahrrads für viele Pendler attraktiver.

Erste Erfolge sind bereits sichtbar

Tatsächlich haben die verschiedenen Maßnahmen in London bereits zu messbaren Erfolgen geführt: Zwischen 2005 und 2016 hat die Zahl der Radfahrten in der Stadt um 75 Prozent zugelegt. Geht es nach den Stadtvätern, sollen zukünftig weitere Steigerungen folgen.

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