Abgeordnete im EU-Parlament forderten am Mittwoch im Rahmen einer Sitzung dazu auf, die Verbraucher in Zukunft besser über Alkohol als Dickmacher aufzuklären. Mit einer neuen Gesetzesvorlage, an der die EU-Kommission bereits arbeitet, könnte schon bald eine Kalorienangabe auf Bier, Wein und Co abgedruckt werden.


Bier

Alkohol macht dick

Ein Glas Wein hat in etwa 130 Kalorien. Ein Fakt, der vielen Weinliebhabern im ersten Moment gar nicht so geläufig ist. Experten sind sich schließlich einig, dass das Alkohol einen hohen Energiegehalt aufweist. Mit knapp 7 Kalorien pro Gramm liegt nicht viel zwischen dem Gehalt von Fett, der neun Kalorien pro Gramm beträgt. Bereits 2011 untersuchten Forscher im Rahmen einer groß angelegten Studie, wie sich der tägliche Konsum von zwei Gläsern Wein beziehungsweise Bier auf den menschlichen Körper auswirkt. Bei den männlichen Studienteilnehmern konnte ein höheres Körpergewicht festgestellt werden. Ähnliches beobachteten die Forscher auch bei den Frauen, die täglich zwei Gläser Wein tranken. Darüber hinaus kam es bei beiden Geschlechtern zu einer Zunahme des Taillenumfangs.


Fett im Oberbauch begünstigt Krebs und andere Erkrankungen

Fraglich ist allerdings, ob der Energiegehalt des Alkohols allein dafür verantwortlich ist, dass wir bei regelmäßigem Konsum zunehmen. Experten zufolge wirkt Alkohol auch appetitanregend und zudem enthemmend. Desweiteren wird Alkohol auch zuerst im Körper, vorrangig in der Leber, abgebaut. Diese Tatsache könnte auch den Ablauf des Fettstoffwechsels durcheinander bringen und sich somit auf die Energieaufnahme durch andere Nahrungsmittel auswirken. Manuela Bergmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung ist die Erstautorin der zurückliegenden Studie. Die Forscherin betont in ihrem Bericht, dass neben der appetitanregenden und enthemmenden Wirkung von Alkohol auch ein veränderter Hormonspiegel beobachtet werden konnte. So entwickelten Alkohol konsumierende Teilnehmerinnen eine stärkere Taille im Verhältnis zu Hüfte. Das zunehmende Fett im Oberbauch begünstige wiederum das Risiko für bestimmte Krebsarten und andere Erkrankungen.

Kennzeichnung schützt nicht vor Fettleibigkeit

„Mit einer Kalorienangabe würden alkoholische Getränke in eine Reihe mit Lebensmitteln gestellt.“ , zitiert der Stern die Forscherin. Mit der Kennzeichnung könnte sich die Wahrnehmung von Bier, Wein und anderen alkoholischen Getränken ändern, da diese fortan mit Lebensmitteln in eine Reihe gestellt würden. Der Expertin zufolge ist es wichtiger den Fokus auf die Angaben des Alkoholgehalts zu legen.

Durch die Angaben der Kalorien auf alkoholischen Getränken kann nicht erwartet werden, dass die Menschen in Zukunft wieder abnehmen. Dennoch könnten die Angaben für diejenigen, die Kalorien-bewusst leben nützlich sein. Schließlich dürften Viele den Einfluss von Alkohol auf die Fettleibigkeit unterschätzen. Mehr Transparenz in Kombination mit gezielter und umfangreicher Aufklärungsarbeit dürfte im Gesamt-Konstrukt also nicht schaden. Manchmal helfen auch schon kleine Kneipen-Parolen wie etwa „3 Bier sind auch eine warme Mahlzeit“ Impulse für Nachdenken zu setzen.

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