Alzheimer ist eines der großen Altersgebrechen in modernen Industrieländern. Die Krankheit entwickelt sich schleppend und wird häufig erst in relativ fortgeschrittenen Stadien erkannt. Dabei ist eine frühe Erkennung von wesentlicher Bedeutung für die Therapie. Je früher diese begonnen wird, desto besser lässt sich die Entwicklung der Krankheit verlangsamen – eine Heilung ist bis heute nicht möglich. Vor kurzem berichteten wir über eine innovative Zahnbürste, die unter anderem auch Alzheimer recht früh erkennen kann. Eine weitere minimalinvasive Methode zur Diagnose und vielleicht sogar Therapie von Alzheimer wurde im Vereinigten Königreich entwickelt. Das Besondere an ihr: Entwickelt hat sie ein Teenager.


Brain Scan
Foto: MRT Scans, Gerwin Sturm, Flickr, CC BY-SA 2.0

Früherkennung in der Gehirnchemie

Der Gymnasiast Krtin Nithiyanandam aus dem englischen Surrey kam mit seinem Projekt unter die 90 Finalisten der Google Science Fair 2015. Er entwickelte ein Verfahren, mit dem Alzheimer diagnostiziert werden kann, bevor erste Symptome auftreten. “The main benefits of my test are that it could be used to diagnose Alzheimer’s disease before symptoms start to show by focusing on pathophysiological changes, some of which can occur a decade before symptoms are prevalent”, erklärte der 15-jährige Schüler den Kollegen von The Daily Telegraph.

Plaques im Gehirn sind eines der deutlichsten Zeichen einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung. Sie bilden sich, wenn bestimmte Proteine sich ineinander verklumpen. Bereits vor dem Entstehen der Plaques lässt sich im Gehirn eine erhöhte Konzentration an Beta-Amyloid-Oligomeren nachweisen.


Diagnose und Therapie in einem

Das Projekt von Nithiyanandam dreht sich um eine Quantenpunkt-Sonde, die er selber als molekulares trojanisches Pferd bezeichnet. Die Sonde kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden, die momentan ein großes Hindernis für etablierte Testverfahren darstellt. Nithiyanandam versucht nicht nur, Alzheimer leichter diagnostizierbar zu machen. Seine molekulare Sonde könnte auch verwendet werden, um die Krankheit zu behandeln. Die Partikel könnten sich an die toxischen Proteine binden und so den Fortschritt der Krankheit verlangsamen oder sogar aufhalten. Integrierte fluoreszierende Nanopartikel ermöglichen eine Erkennung der Proteine mit Hilfe von Scans des Gehirns. „Some of my new preliminary research has suggested that my diagnostic probe could simultaneously have therapeutic potential as well as diagnostic, so Nithiyanandam.

Noch ist es jedoch zu früh, um zu beurteilen, wie effektiv die Methode wirklich ist. Vorher muss diese in einem wissenschaftlichen Fachjournal veröffentlicht und von anderen Wissenschaftlern evaluiert werden. Eines kann jedoch bereits gesagt werden: Eine derart kreative Herangehensweise an ein altbekanntes Problem ist beeindruckend. Umso mehr, weil es von einem Teenager kommt, der noch nicht einmal die Schule abgeschlossen hat.

Als Inspiration für seine Arbeit gibt Nithiyanandam neben seinem Biologielehrer Albert Einstein an. Der 15-jährige hofft, nach seinem Abschluss ein medizinisches Studium aufnehmen zu können. Wir sagen: Jede Universität sollte diesen jungen Mann mit Kusshand aufnehmen.

 

via IFLScience

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