Der Grippevirus stellt die Entwickler von Impfstoffen regelmäßig vor große Herausforderungen. Kontinuierliche Mutationen machen es extrem schwer, wirksame Impfstoffe zu entwickeln. Als Resultat müssen Jahr für Jahr neue Impfstoffe entwickelt werden. Das ist nicht nur teuer, sondern bindet auch anderweitig viele Ressourcen. Aber das muss nicht so bleiben: Weltweit gibt es mehrere Teams, die an einem universellen Grippe-Impfstoff arbeiten. In Großbritannien wurde bereits 2017 ein Impfstoff für klinische Studien zugelassen, und auch ein Mittel aus den USA zeigt vielversprechende Ergebnisse.


Mit mRNA gegen die Grippe

Der letzte Kandidat aus der Reihe der potentiellen universellen Grippeimpfstoffe kommt von Wissenschaftlern der University of Pennsylvania. Aktuelle Grippeimpfstoffe greifen bestimmte Proteine an der Oberfläche des Virus an. Das Problem an dieser Herangehensweise ist, dass die Köpfe der Zielproteine schnell mutieren, weshalb jedes Jahr neue Impfstoffe entwickelt werden müssen. Vielversprechender könnte es sein, stattdessen den Stengel der Proteine anzugreifen. Die Stengel dieser Proteintypen sind bei den verschiedenen Grippevariationen gleich, was sie zu einem idealen Ziel für Impfstoffe macht.


Der neue Wirkstoff nutzt sogenannte Messenger-RNA (mRNA), um Kopien der Zielproteine herzustellen. Diese mRNA-Moleküle werden anschließend in Immunzellen aufgenommen, was eine Hyperstimulation des Immunsystems und eine direkte Immunantwort zur Folge hat.

Klinische Studien als nächster Schritt

In frühen Tierversuchen zeigte der Wirkstoff eine hohe Wirksamkeit über einen Zeitraum von 30 Wochen. „ When we first started testing this vaccine, we were blown away by the magnitude of the antibody response. If it works in humans even half as well as it does in mice, then the sky’s the limit – it could be something that everyone uses in the future to protect themselves from the flu„, so Scott Hensley, der an der Studie beteiligt war.

Die Forscher hoffen, dass der Wirkstoff innerhalb der nächsten zwei Jahre in klinische Studien gehen kann. Dieser Schritt ist entscheidend – denn viele Wirkstoffe scheitern an den klinischen Studien. Allerdings gibt es inzwischen so viele Wirkstoffe, die getestet werden, dass es verwunderlich wäre, wenn nicht einer davon innerhalb der nächsten 10 Jahre zum Ziel kommt. Und das wäre wünschenswert, denn auch wenn eine Grippe häufig als harmlos wahrgenommen wird, fallen der Krankheit Jahr für Jahr knapp eine halbe Millionen Menschen zum Opfer. Und die jährlichen Impfstoffe werden gegen die Virenstränge entwickelt, die nach der Schätzung der WHO am ehesten zirkulieren werden. Diese Schätzungen liegen aber nicht selten daneben, sodass Impfstoffe gegen Grippeviren entwickelt werden, die am Ende kaum im Umlauf sind. Es ist also an der Zeit, dass sich ein universeller Impfstoff durchsetzt.

via Penn Medicine News

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