Deutschland importiert zahlreiche Waren aus China, Japan und Südkorea, die größtenteils mit dem Schiff nach Europa transportiert werden. Die kürzeste Route würde an der Nordküste Russlands entlang direkt in die Nordsee führen. Bisher allerdings gab es da ein kleines Problem: Selbst im Sommer versperrten dicke Eisblöcke den Weg durch die sogenannte Nordostpassage. Der Klimawandel sorgt aber nicht nur dafür, dass auf Grönland und an den Polen das Eis schmilzt, sondern könnte auch neue Schiffspassagen eröffnen. Der Schifffahrtskonzern Maersk jedenfalls sieht die Zeit gekommen, um erstmals ein Containerschiff entlang der Nordküste Russlands fahren zu lassen. Die Fahrzeit zwischen Europa und Asien könnte sich dadurch um bis zu zwei Wochen verringern.


Via: Wikimedia Common. Public Domain.

Zunächst sollen vor allem Daten gesammelt werden

Allerdings ist es bei weitem noch nicht so, dass ein ganz normales Handelsschiff durch die Nordostpassage fahren kann. Stattdessen wurde mit der Venta Maersk ein speziell ausgerüstetes Schiff in Betrieb genommen, das sich gewissermaßen einen Weg durch die Eismassen bahnen soll. Die erste Fahrt ist zudem auch noch nicht in den regulären Fahrplan integriert. Vielmehr handelt es sich um ein Experiment, bei dem vor allem Erfahrungen gewonnen und Daten gesammelt werden sollen. Der Konzern verweist zudem auch darauf, dass der Einsatz von speziell vor Eis geschützten Frachtschiffen auch zusätzliche Kosten mit sich bringt. Aus rein wirtschaftlicher Sicht könnte es also auch zukünftig weiterhin Sinn machen, die längere Südroute zu wählen. Oder die Waren mit der Bahn von Asien nach Europa zu transportieren.

Die Passage birgt noch viele Unwägbarkeiten

Experten verweisen zudem noch auf einen anderen Punkt: In der Containerschifffahrt sind vergleichsweise strikte Fahrzeiten einzuhalten. Denn die Waren müssen am Ankunftsort in der Regel auch noch weiter transportiert werden. Eine genaue Koordination der Abläufe ist aber nur möglich, wenn es nicht zu oft zu Verspätungen kommt. Die harschen Wetterbedingungen und das viele Eis in der Nordostpassage sind aber geradezu prädestiniert dafür, für unerwartete Komplikationen zu sorgen. Es müsste daher ausreichend zeitlicher Puffer eingeplant werden, wodurch sich der Zeitvorteil gegenüber der Südroute aber natürlich auch wieder verringert. Maersk hat daher auch bereits angekündigt, dass ein regelmäßiger Fahrdienst durch die Passage aktuell nicht geplant ist.


Via: Treehugger

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