Elon Musk ist eigentlich als Workaholic bekannt. Bei Preisverleihungen sieht man ihn daher eher selten. Umso erstaunlicher war es, dass er eigens nach Berlin reiste, um das „Goldene Lenkrad“ von „Bild“ und „Auto Bild“ entgegenzunehmen. Vor Ort wurde dann aber schnell der Hintergrund der Reise klar: Musk hatte spektakuläre Neuigkeiten im Gepäck. So verkündete der Tesla-Chef, dass die geplante europäische Gigafactory in Brandenburg in der Nähe des neuen Berliner Flughafens errichtet werden soll. Für die Region ist dies ein Coup. Denn zahlreiche Standorte hatten sich um die Ansiedlung bemüht. Das müsst ihr über die in Deutschland geplante Gigafactory wissen:


So sieht die Gigafactory des Konzerns in den Vereinigten Staaten aus. Foto: Tesla

1. Warum hat Tesla sich für Brandenburg entschieden?

Darüber lässt sich natürlich nur spekulieren. Bekannt ist allerdings, dass der gewählte Standort bereits über eine erstklassige Infrastruktur verfügt. Denn die Grundstücke wurden einst für den Bau einer BMW-Fabrik erschlossen. Diese Pläne zerschlugen sich zwar, die Vorarbeiten können jetzt aber genutzt werden. Außerdem ist die Anbindung mit Autobahn und Flughafen direkt vor der Tür mit Sicherheit ein gewichtiges Argument gewesen. Mit Berlin befindet sich zudem eine interessante Metropole ganz in der Nähe, was die Anwerbung von Fachkräften erleichtern dürfte. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke verwies noch auf einen anderen Punkt: In dem Bundesland gibt es ausreichend Ökostrom, sodass eine günstige und nachhaltige Energieversorgung garantiert werden kann.

2. Was soll in Deutschland produziert werden?

Konkrete Angaben gibt es dazu noch nicht. Es gilt aber als sicher, dass – ähnlich wie bei den entsprechenden Anlagen in den USA –
in der Gigafactory sowohl Akkus als auch Fahrzeuge produziert werden sollen. Als wahrscheinlich gilt, dass die Produktion des Tesla Model Y nach Brandenburg kommen wird. Dabei handelt es sich um einen SUV, der zu großen Teilen auf dem Mittelklassewagen Model 3 des Konzerns beruht. Der Einstiegspreis für dieses Fahrzeug soll später einmal bei rund 40.000 Euro liegen. Der Produktionsstart in den USA ist für nächstes Jahr geplant.


3. Wie viele Arbeitsplätze werden entstehen?

In der Fabrik selbst sollen später einmal bis zu 7.000 Menschen arbeiten. Zusätzlich ist noch die Ansiedlung eines Design- und Ingenieurszentrums in Berlin geplant. Alles in allem könnte die Zahl der Beschäftigten so sogar den fünfstelligen Bereich erreichen. Damit ist aber das Ende der Fahnenstange vermutlich noch nicht erreicht. Denn solche großen Ansiedlungen schaffen in der Regel auch nachgelagerte Arbeitsplätze – etwa bei Zulieferern. Wie viele dies sein werden, lässt sich aktuell aber noch nicht seriös prognostizieren. Mit Sicherheit wäre der Bau der Gigafactory in diesem Punkt aber ein Glücksfall für Brandenburg.

4. Wird Steuergeld in das Projekt fließen?

Ja. Ministerpräsident Woidke hat bereits bestätigt, dass Zusagen für branchenübliche Subventionen getätigt wurden. Hier sind dem Land allerdings enge Grenzen durch das EU-Beihilferecht gesetzt. Ein Großteil der Investitionen wird also von Tesla selbst kommen müssen. Eine Bevorzugung des Konzerns in anderen Bereichen – etwa der E-Auto-Förderung – hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier bereits ausgeschlossen. In der Vergangenheit hatte es in diesem Punkt heftigen Streit zwischen Tesla und der Bundesregierung gegeben.

5. Wird die Gigafactory auch wirklich gebaut?

Das weiß man bei Elon Musk natürlich nie. Brandenburgs Regierungschef spricht allerdings davon, dass zumindest 95 Prozent der offenen Fragen bereits geklärt sind. Dies könnte darauf hindeuten, dass es sich nicht nur um eine spontane Idee des Firmenchefs handelt.

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