Eisbären werden seit einigen Jahren detailliert überwacht und beobachtet, weil man hofft, so Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels zu erhalten. So untersuchten Wissenschaftler die Eisbären-Population im Norden Alaskas in der Beaufortsee. Die erschreckende Erkenntnis: Gab es dort im Jahr 2004 noch 1600 Eisbären, ist diese Zahl bis zum Jahr 2010 auf lediglich noch 900 Exemplare gesunken. Besonders gefährdet scheint dabei der Nachwuchs zu sein. Von 80 in diesem Zeitraum beobachteten Jungtieren überlebten lediglich zwei.


Eisbären Alaska
Collection of Dr. Pablo Clemente-Colon, NOAA National Ice Center CC BY-SA 2.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Weniger Eis bedeutet lange Reisen

Der Grund für diesen Verlust liegt in der globalen Erderwärmung begründet. Durch die wärmeren Temperaturen gibt es in der Region weniger gefrorene Gewässer und Eisschollen. Die Eisbären sind allerdings – wie der Name bereits vermuten lässt – auf Eis als Lebensraum angewiesen. Nicht zuletzt, weil sich dort auch die Seerobben aufhalten, die normalerweise den Hauptbestandteil der Nahrungsaufnahme des Bären darstellen. Durch die ansteigenden Temperaturen sind die Eisbären heute oft gezwungen, weite Reisen auf sich zu nehmen, um in Gebiete zu gelangen, in denen sie passende Lebensbedingungen vorfinden.

Eine Eisbärenmutter legte dabei sogar die Strecke von 685 Kilometern zurück. Eisbären können grundsätzlich natürlich schwimmen, für solche Distanzen ist ihre Konstitution aber eigentlich nicht ausgelegt. Die Eisbärendame verlor dann bei dieser Expedition auch 22 Prozent ihres Körpergewichts. Durch solche Strapazen ausgelaugte Eisbären sind dann auch anfälliger für Krankheiten oder sonstige Infekte. Auch die Zahl der überlebenden Jungtiere wird durch solche langen Reisen massiv reduziert.


Klimawandel zeigt bereits jetzt Auswirkungen

Die Wissenschaftler wollen mit diesen Zahlen und Beobachtungen darauf hinweisen, dass der Klimawandel kein reines Zukunftsphänomen ist. Vielmehr zeigen sich erste drastische Auswirkungen bereits heute. Forscher sagen voraus, dass alleine bis zum Jahr 2050 die weltweite Eisbärenpopulation um zweidrittel sinkt. Kommt es zu keinen dramatischen Verbesserungen bezüglich der globalen Erderwärmung, dürften die Bären in Alaska dieses Schicksal bereits deutlich früher erleiden.

Quelle: Digitaljournal

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