Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. In einer immer enger verzahnten Welt soll sie die Verbreitung von Krankheiten nach Möglichkeit verhindern. Regelmäßig bringen die Experten daher eine Liste namens „List of Blueprint Priority Diseases“ heraus. Darauf verzeichnet sind alle Krankheiten, bei denen eine weltweite Epidemie zumindest für möglich gehalten wird. Sinn und Zweck der Aufstellung ist es, genau dies durch präventive Maßnahmen zu verhindern. In diesem Jahr steht nun erstmals „Krankheit X“ auf der Liste und gibt zunächst Rätsel auf: Soll hier etwa der Name einer besonders gefährlichen Krankheit verheimlicht werden? Natürlich nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Art Warnung vor bisher noch unbekannten Gefahren.


Ebola
Auch das Ebola-Virus steht auf der Liste. Foto: Cynthia Goldsmith CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Die nächst weltweite Epidemie könnte aus der Tierwelt stammen

Die Experten der WHO gehen also schlicht davon aus, dass es recht wahrscheinlich ist, dass die nächste globale Krankheitswelle durch einen noch unbekannten Erreger ausgelöst wird. Als eher unwahrscheinlich gilt, dass der Mensch selbst eine Krankheit entwickelt, die sich dann schnell global ausbreitet. Stattdessen gehen Wissenschaftler eher davon aus, dass die Krankheit X ursprünglich bei Tieren auftritt – und dann auch für den menschlichen Organismus gefährlich wird. Ein solches Muster ließ sich beispielsweise auch bei der Schweine- und der Vogelgrippe beobachten. Wie aber schützt man sich vor einer Krankheit, die man noch gar nicht kennt? Genau zu dieser Thematik wollen die Mitarbeiter der WHO nun verschiedene Ansätze und Konzepte erarbeiten.

Allgemeine Notfallpläne sollen eine schnelle Reaktion ermöglichen

Klar ist beispielsweise, dass der Aufbau eines Frühwarnsystems sinnvoll ist. Denn je früher eine neue Krankheit entdeckt wird, desto bessere Chancen gibt es, die Ausbreitung zu verhindern. Außerdem sollen allgemein gültige Notfallkonzepte entwickelt werden, die nicht spezifisch auf eine bestimmte Krankheit zugeschnitten sind. Vielmehr sollen sie zeitnah angewendet werden können, bis es mehr Informationen gibt. Ob all die Pläne und Bemühungen dann aber tatsächlich Wirkung zeigen, wird sich erst im Ernstfall erweisen. Simulationen sind bei der Krankheit X logischerweise noch einmal deutlich schwieriger als etwa beim Ebola-Virus oder dem Lassa-Fieber. Dennoch wollen die Experten der WHO sich später nicht vorwerfen lassen, nicht zumindest alles versucht zu haben.


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