Kalifornien gilt innerhalb der Vereinigten Staaten als Vorbild in Sachen Umweltschutz. Der Bundesstaat war unter anderem entscheidend daran beteiligt, eine Koalition von Trump-Gegnern zu schmieden, die sich auch weiterhin zu den Zielen des Weltklimavertrags von Paris bekennt. Da verwundert es auch nicht, dass es in Kalifornien schon seit vielen Jahren ein Pfandsystem für Einweg-Flaschen gibt. Kunden zahlen dort fünf Cent pro Flasche und zehn Cent pro Dose. Wer das Geld allerdings wiederhaben wollte, erlebte zuletzt regelmäßig eine böse Überraschung. Denn immer mehr Annahmestellen nahmen nur noch eine begrenzte Menge an oder schlossen gleich ganz. Der Hintergrund: Das größte Verwertungsunternehmen für die gesammelten Pfandflaschen meldete Insolvenz an und stellte den Betrieb ein.


Chinas Importstopp sorgte weltweit für massive Probleme

Dies wiederum hängt mit einer Entscheidung der chinesischen Regierung zusammen. Denn lange Jahre basierte die Finanzierung des Verwerters RePlanet auf drei Säulen. Zum einen erhielten das Unternehmen staatliche Zuschüsse für die Entsorgung. Hinzu kamen Abgaben der Getränkeindustrie. Und zu guter Letzt konnten die eingesammelten Flaschen als Rohstoff nach China verkauft werden. Doch genau dies ist nun nicht mehr möglich. Denn China hat den Import von Plastikmüll so gut wie vollständig verboten. Seitdem suchen Versorger aus aller Welt verzweifelt nach neuen Alternativen. Den Plastikmüll einfach in der Heimat zu recyceln, ist hingegen oftmals keine Option. Dort reichen die Kapazitäten bei weitem nicht aus. Mit diesem Problem hat also nicht nur Kalifornien zu kämpfen, sondern beispielsweise auch Deutschland.


Flaschensammler sind am stärksten betroffen

In dem US-Bundesstaat ging durch den chinesischen Importstopp allerdings die Kalkulation des Verwerters nicht mehr auf. Ohne die Einnahmen aus dem Verkauf der Einweg-Flaschen als Plastikmüll nach China konnten die Kosten nicht gedeckt werden. Erste Anzeichen dafür gab es schon seit einiger Zeit. So wurden die Automaten zur Flaschenannahme abgeschafft, um die Wartungskosten zu sparen. Außerdem wurde die Menge an Flaschen, die pro Person und Tag abgegeben werden dürfen, gedeckelt. Dies traf besonders den ärmsten Teil der Bevölkerung: Die Flaschensammler. Die Politik hat allerdings bis zur Insolvenz von RePlanet keine Anstalten unternommen, das Problem zu lösen. Nun aber kommt Bewegung in die Sache. So soll der staatliche Zuschuss erhöht werden. Außerdem ist geplant, Supermärkte zur Rücknahme zu verpflichten oder diesen zumindest eine Geldstrafe aufzubrummen.

Via: Wiwo

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