Glukoseintolleranz ist eine Vorstufe von Diabetes und sollte daher ziemlich ernst genommen werden. Einer aktuellen Studie zufolge erhöhen Süßstoffe wie Saccharin, Aspartam oder Sucralose das Risiko an einer Glukoseunverträglichkeit zu erkranken. Nachdem die Blutzuckerkrankheit „Diabetes“ vermehrt in den Medien thematisiert wurde und sich die Menschen intensiv mit der Erkrankung auseinandersetzten, fand auch ein Umdenken statt. Viele griffen alsbald zu Alternativen von raffiniertem Zucker in Form von Süßungsmitteln um Diabetes vorzubeugen. Das ist jedoch eher kontraproduktiv gewesen, wie israelische Forscher nun in der Fachzeitschrift Nature schreiben. Süßstoffe verändern die Darmflora und den Stoffwechsel und begünstigen somit auch die Gewichtszunahme.


Glukoseintolleranz
Foto: Traumrune CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Zunächst wurden Tests an Mäusen durchgeführt

Prof. Eran Segal und Dr. Eran Elinav haben mit der aktuellen Studie zum ersten Mal nachweisen können, dass synthetisch hergestellte Süßungsstoffe schädlich sind und unter anderem die Zuckerkrankheit Diabetes fördern. So wurden akute Veränderungen des Stoffwechsels bei Mäusen festgestellt, als diese vermehrt mit Süßstoff gefüttert wurden. Der selbe Effekt konnte wenig später auch bei Menschen beobachtet werden. Als Fazit halten die Forscher fest, dass es dringend einer Neubewertung im Hinblick auf die Verwendung von Süßstoffen als Zuckerersatz bedarf.

Süßstoffe enthalten eine wesentlich stärkere Süßkraft als Zucker und kommen daher recht vielfältig als Zusatzstoff in Lebensmitteln zum Einsatz. Zudem enthalten Süßstoffe auch weniger Kalorien als Zucker und tragen somit für eine auf dem ersten Blick gesünder scheinende Kalorie-Bilanz bei. Aufgrund dieser Aspekte wurden Süßstoffe, fälschlicherweise wie sich nun herausstellte, vor allem auch überwichtigen Menschen und Diabetikern empfohlen.


Süßstoff verändert den Stoffwechsel

Obwohl es weltweit vermehrt zur Anwendung von vermeidlich gesünderen Süßstoffen kam, wuchsen in der Vergangenheit die Zahlen der übergewichtigen- und an Diabetes erkrankten Menschen unaufhaltsam. Bei den Forschern läuteten daher die Alarmglocken. Die physiologischen Prozesse des Süßstoffkonsums wurden alsbald näher untersucht. Das Testverfahren wurde zunächst an Mäusen vorgenommen. Dabei erhielt eine Gruppe mit Süßstoff versetztes Wasser. Zum Einsatz kamen dabei die drei am häufigsten vorkommenden Süßstoffe Saccharin, Sucralose und Aspartam. Eine weitere Gruppe bekam natürliches Wasser ohne Zusätze und eine dritte Gruppe teilweise mit der Zuckerart Saccharose oder Glukose versehenes Wasser. Die Mäuse, welche mit süß-stoffhaltigen Wasser gefüttert wurden, entwickelten bereits nach einem Testraum von elf Wochen eine erhöhte Glukoseintolleranz. Bei den Kontrollgruppen konnte dieses Ergebnis nicht festgestellt werden.

Glukoseintolleranz kann nicht nur Diabetes herbeiführen, sondern auch kardiovaskuläre Erkrankungen begünstigen. Im Hinblick auf den Testdurchlauf konnten die Forscher bei den erkrankten Mäusen eine veränderte Darmflora ausfindig machen. Der Blutzuckerspiegel konnte alsbald nicht mehr konstant gehalten werden, da das Hormon Insulin nicht mehr in der Lage war eine intakte Regulation herbeizuführen. Eine Veränderung der Darmflora, die durch den Konsum von Süßstoff verursacht  wurde, wiesen die Wissenschaftler anhand der Zufuhr von Darmbakterien und der damit einhergehenden Genomanalysen der Mikroorganismen nach. Das Ungleichgewicht der Darmflora wirkt sich auf den Stoffwechsel aus. Betroffene neigen schließlich dann vermehrt zu Übergewicht.

Die Studie wurde auch bei Menschen durchgeführt und brachte ähnliche Ergebnisse zum Vorschein. Bereits nach einer Woche konnten bei den zuvor als gesund eingestuften Probanden Veränderungen der Darmflora nachgewiesen werden. Die Freiwilligen nahmen täglich die maximal empfohlene Tagesdosis des Süßstoffs Saccharin zu sich. Nach einem relativ kurzen Zeitraum schon, kündigte sich bei vier von den sieben Probanden eine veränderte Darmflora an. Zudem konnte auch eine erhöhte Glukoseintoleranz nachgewiesen werden.

Unsere Ergebnisse bekräftigen die Annahme, dass die künstlichen Süßstoffe genau die Krankheiten fördern, zu deren Bekämpfung sie ursprünglich eingeführt wurden. So die israelischen Forscher nach den neusten Erkenntnissen

Quelle: Nature

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