Bislang hielt die Deutsche Bahn es mit ihren Gleisen ganz einfach: 90 % der Strecke erhielt einmal pro Jahr eine ordentliche Dosis Glyphosat, dann war Ruhe mit Wildwuchs. Jetzt setzt ein Umdenken ein, andere, schonendere Mittel werden ausprobiert. Und schon im nächsten Jahr wird von Seiten der Bahn nur noch halb so viel Unkrautvernichter in der Umwelt landen.


Von Ellywa, CC BY-SA 3.0, Link

Ab 2020 sollen weite Teile des Netzes ausgespart werden

Die Deutsche Bahn hat ihren Glyphosateinsatz tatsächlich bereits reduziert: 2017 versprühte sie immerhin noch 67 Tonnen der umstrittenen Substanz, 2018 gab es aufgrund der Dürre kaum Bedarf. 2019 waren es »nur« noch 57 Tonnen Glyphosat, die dafür sorgen, dass die Züge stets freie Fahrt haben. ___STEADY_PAYWALL___ Ungefähr 63.000 Gleiskilometer wurden bislang behandelt, nur in ausgewiesenen Naturschutzgebieten und auf Brücken verzichtet die Bahn auf den Pestizideinsatz. Ab 2020 will der Konzern weitere Teile des Streckennetzes aussparen, so verkündete er vor kurzem.

Andere Mittel der Wildwuchsbekämpfung rücken verstärkt in den Vordergrund, zum Beispiel die Behandlung mit heißem Wasser, UV-Bestrahlung und Stromeinsatz. Auch Mikrowellen, heißer Dampf und Hochfrequenzenergie probierte die Bahn schon an dem widerspenstigen Grün aus, doch leider stand der Erfolg bei diesen zuletzt genannten Methoden in keinem Verhältnis zum Aufwand. Doch wie auch immer demnächst die Gleise demnächst wildwuchsfrei werden: Glyphosat hat bei der Deutschen Bahn auf kurze Sicht ausgedient.


Ende 2022 könnte die Zulassung für Glyphosat auslaufen

Das Pestizid gerät immer wieder in die Kritik, obwohl der Bayer-Konzern stets versucht, das allgemeine Misstrauen zu entkräften. Glyphosat ist in der EU noch bis zum Ende des Jahres 2022 zugelassen, dann werden die Würfel neu geworfen. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner erwartet keine Verlängerung über den Jahreswechsel hinaus, doch schon bei der letzten Entscheidungsschlacht erlebten wir eine Überraschung. Ob die Politik diesmal wirklich ihr »Nein« zu Glyphosat findet, bleibt also noch unsicher. Die Bahn als größter Einzelabnehmer Deutschlands verbraucht aktuell nur etwa 0,4 % der gesamten Menge; die zahlreichen Gärtner, Landwirte und Privatleute müssten ihr freiwillig folgen, wenn wir mit dem Pestizid ohne Verbot Schluss machen möchten.

Quelle: spiegel.de

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1 Kommentar

  1. Schlechtmensch

    1. September 2019 at 13:53

    Ob dann all die rot-grünen Gutmenschen der Bahn beim jäten helfen?

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