Fest beschlossen ist die Sache noch nicht, aber wahrscheinlich wird es Ende 2023 so weit sein: Das umstrittene Herbizid Glyphosat soll verboten werden – für viele Landwirte eine enorme Herausforderung. Es gibt kein anderes derart wirksames und billiges Mittel auf dem Markt, das Wildwuchs vom Acker zuverlässig entfernt. Die Zukunft liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit in smarten Feldrobotern, die Wildwuchs autonom den Garaus machen.


Feldroboter der FH Aachen / Foto: Screenshot aus Youtube-Video s.u.

Viele Landwirte fühlen sich derzeit ratlos

Glyphosat befindet sich nun schon seit etwa 40 Jahren auf den Markt, entsprechend hat sich der Unkrautvernichter in der Landwirtschaft etabliert. In vielen Bereichen scheint das Mittel kaum noch wegzudenken, so zum Beispiel an den Steilhängen des Weinanbaus, wo kein Pflügen möglich ist. Viele Bauern haben den Glyphosat-Einsatz bereits stark reduziert, wenden die Substanz nur noch dann an, wenn sie es als unbedingt nötig empfinden. Ohne dieses Produkt im Notfallkoffer fühlen sie sich zunächst einmal ratlos. Die Agrarkonzerne haben die Forschungen nach neuen Herbiziden stark zurückgefahren, seit es Glyphosat gibt. Die Alternativen sind auch eher im mechanischen Bereich zu sehen, denn wer weiß schon, welche Auswirkungen die nächste Pflanzenschutzmittelgeneration auf uns und die Natur hat?

John Deere, Bosch und die FH Aachen liefern neue Ideen

Von John Deere stammt ein Feldroboter, der mit einer effektiven Sensorik arbeitet und Herbizide extrem sparsam punktgenau spritzt. Die Mengen bewegen sich im Mikrobereich, das spart bis zu 90 % der vorher verwendeten Chemie ein. Dies erscheint bereits wie ein vernünftiger Schritt auf dem richtigen Weg, doch es geht noch besser: Bosch entwickelte den Roboter Bonirob gemeinsam mit Deepfield Robotics. Es handelt sich um ein flaches Gefährt, das über die Felder fährt, Pflanzen analysiert und den Beiwuchs mit einer Fräse herausschneidet. Bislang sind solche Systeme noch ziemlich teuer, doch die Preise sinken und könnten den Landwirten bald schon einen wirtschaftlichen Mehrwert bieten.


Ein weiteres Beispiel bietet der Feldroboter Etarob, der den Acker ebenfalls autonom abfährt und per Elektroschock Wildwuchs tötet. Er entsteht aktuell an der FH Aachen, soll 2021 in einem Start-up weiterentwickelt und vermarktet werden. Das Gerät richtet sich vor allem auf den Gemüseanbau aus, es unterscheidet die Saaten per Bildanalyse. Nach einer gewissen Umstellungszeit könnten wir hierzulande also pestizidfrei leben.

Das Institut für angewandte Automation und Mechatronik der FH Aachen stellt sich vor

Quelle: handelsblatt.com

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.