Noch im Sommer wurde der Antrag der Grünen mit dem Inhalt des kompletten Verzichts des Einsatzes von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln auf allen Flächen des Landkreises abgelehnt. Nun hat es in Runde zwei geklappt. Die Fraktionen CSU, Freie Wähler, Bündnis 90/Die Grünen, Junges Ostallgäu, FDP und ödp konnten sich final einigen und einen entsprechenden Antrag durchsetzen. Ab sofort darf sich das Ostallgäu offiziell „glyphosatfreier Landkreis“ nennen, da der Kreistag dem Antrag zustimmte.


Das Allgäu soll glyphosatfrei werden

Aktuellen Erhebungen des Bund Naturschutzes (BUND) zufolge, haben bereits 460 Städte und Gemeinden in Deutschland die Abkehr von Pestizide oder zumindest glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln statuiert. Der Landkreis Ostallgäu nimmt bereits seit Jahren eine Vorbildfunktion ein. Gelobt wird nicht nur der spartanische Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, sondern auch die Förderung eines ganzjährigen Blütenangebots.


Rettenbach ist das Dorf der Zukunft

Bereits im letzten Jahr sorgte das bayrische 800 Seelendorf Rettenbach im Ostallgäu für Aufsehen. Schließlich gelang es der am Auerberg gelegenen Gemeinde sich vollends selbst mit Strom versorgen zu können. Dieser Schritt war jedoch nur ein Teil des Puzzles auf dem Weg zum modernen Ökodorf. Schon in den 90er Jahren begannen die Bewohner vermehrt auf Photovoltaik- und Biogasanlagen zu setzen. Damals noch verspottet von den Nachbardörfchen, ist Rettenbach heute größeren Städten um Jahre voraus. Strom und Gas wird ebenfalls nicht mehr von auswärts benötigt. Im Winter sorgen CO2-neutrale Scheitholzanlagen für Wärme. Die Mehrzahl der Fahrzeuge tankt günstiges Rapsöl an der dorfeigenen Tankstelle und zudem wird auch auf einen geschlossenen Geldkreis innerhalb des Ortes gesetzt. Ein Weichbergtaler weist einen Wert von 5 Euro auf. Im Dorflädchen finden die Bewohner hauptsächlich Lebensmittel aus der direkten Umgebung. Rettenbachs Bürgermeister Wilhelm Fischer ist stolz auf seine Gemeinde und er freut sich auch über den Zuwachs junger Paare, die sich zwischen den saftigen Wiesen niederlassen, um Teil des Ökodorfes zu werden. Auch in diese Region verzichtet schon länger auf den Einsatz giftiger Pestizide.

Neusten Studien zufolge könnten sich Glyphosat und weitere Stoffe, die zu den Herbiziden zählen schädigend auf das menschliche Nervensystem auswirken.

Quelle: all-in.de

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