Google möchte das mobile Internet in Zukunft schneller machen. Mit der Hilfe eines neuen Projekts soll der Code mobiler Websites in Zukunft so verschlankt werden, dass diese statt zwei bis drei Sekunden in wenigen Millisekunden laden.


AMP lädt Websites in Millisekunden

Accelerated Mobile Pages (AMP) nennt Google das neue Projekt. Webseiten die daran teilnehmen wollen müssen ihren Code schon von vornherein stark reduzieren. Im Kern wird die Seite dann kleiner und folglich auch schneller aufrufbar. Zu Beginn des neuen Projekts sollen schon Partner wie Buzzfeed, die New York Times und Zeit Online mit im Boot sein. Auch Twitter, das Karriere-Netzwerk Linkedin und die Blog-Plattform WordPress sollen über eine Partnerschaft nachdenken. Wer sich schon jetzt ein Bild von den flotteren Seiten machen möchte, der kann mit dem Smartphone einmal diesen Link besuchen. Das AMP-Programm soll 2016 anlaufen.


Die Ladezeiten der mobilen Websites mit dem Smartphone sind teilweise schon recht übel. Das soll sich jedoch in Zukunft ändern. Neben Google arbeiten auch Apple und Facebook an Programmen, die die Ladezeiten deutlich beschleunigen. Für Google selbst stellen Smartphones ohnehin eine ziemlich große Herausforderung dar. Schließlich sind die Ladezeiten der mobilen Websites unter anderem auch im Hintergrund ladenden Werbeanzeigen geschuldet. Hiermit erwirtschaftet Google allerdings auch knapp 20 Prozent des Umsatzes. Smartphones liegen dem Suchmaschinen-Giganten also sehr am Herzen. Da der Trend hin zur häufigeren Nutzung von Google mit dem Smartphone geht, muss man nun reagieren. In Japan und den USA liegen die Marktanteile der Nutzung von Google auf dem Smartphone bei jeweils über 60 Prozent. Je schneller die Ladezeiten einer Website sind, desto mehr wird konsumiert. Für Google ist also auch jede einzelne Sekunde wertvoll.

Google vs Facebook

Google hat das AMP-Projekt quelloffen angelegt, so dass theoretisch jeder Websitenbetreiber AMP einbetten kann. Der Code ist unter anderem auf Github verfügbar. Je mehr Webseiten mitmachen desto besser für Google. Schließlich herrscht auch ein interner Wettbewerb mit Facebook. Googles Plan ist, dass sich die Nutzer auf Dauer an die schnellen Ladezeiten gewöhnen und sich dann wundern, wenn Links über Facebook aufgerufen werden, dass die Seiten deutlich länger laden. Das soll den Druck bei Facebook erhöhen auch auf AMP umzusteigen. Das wiederum wäre ein kleiner Sieg für Google. Mittlerweile kommen mehr Nutzer über Facebook auf externe Seiten großer Medienhäuser als über Google. Das bereitet dem Suchmaschinen-Giganten natürlich Kopfschmerzen.

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