Die kugeligen Google-Autos haben sich bereits als Leitbild für autonome Autos durchgesetzt. Der Suchmaschinen-Riese arbeitet mit Hochtouren an der Technologie und konnte schon so manche Hürde meistern. Regelmäßig veröffentlicht Google Berichte, über den aktuellen Stand und zukünftige Arbeitsfelder, meist basierend auf bereits gesammelten Daten und gewonnener Erkentnisse. Jüngst möchte Google den Radfahrern in Zukunft mehr Sicherheit zusprechen, wenn diese sich zusammen mit autonomen Autos in den Alltags-Straßenverkehr begeben.


Motorhaube mit Superkleber

So manch einer kann sich bestimmt noch an das Klebe-Konzept von Google erinnern, welches vor einigen Monaten präsentiert wurde. Das tatsächlich zugesprochene Patent beschreibt eine doppelt beschichtete Motorhaube. Die erste Schicht bestünde aus normalem Lack und Material, welches Alltags-Belastungen standhält. Eine zweite Schicht soll dann ein klebriges Material enthalten. Stößt ein schwererer Körper, etwa ein Mensch, gegen die Haube, soll die erste Schicht zerbröckeln und die Klebe-Schicht dafür sorgen, dass der Mensch nicht weggeschleudert wird, sondern kleben bleibt.


Zunächst belächelt und dann doch von einigen Seiten als relativ nützlich eingestuft, bewährt sich dieser „Schutz“ nur bedingt. Schließlich ist ein Verharren auf der Motorhaube vor allem dann unpraktisch, wenn man zwischen zwei Fahrzeuge gerät, beziehungsweise nach dem „Aufgabeln“ auch noch ein vorausfahrendes Fahrzeug angestoßen wird.

360-Grad-Sensor erfasst alle Radfahrer und erkennt auch die Fahrtrichtungen

Google strebte also noch weitere Überlegungen an und kommt dem aktuellen Bericht nach zum Schluss, dass die Sensorik der Fahrzeuge verbessert werden muss. Das Unternehmen verweist zunächst auf eine Statistik aus 2014. So seien in diesem Jahr mehr als 50.000 Radfahrer auf den Straßen Amerikas durch Kollisionen mit Autos verletzt worden. Insgesamt starben mehr als 720 Menschen. Mit dem ökologischen Trend einhergehend, vermehrt auf das Rad zu steigen und das Auto stehen zu lassen, nehmen auch die Radfahrer zu, so dass Schutzmaßnahmen schon sinnvoll sind. Google hat dafür einen neuen 360-Grad-Sensor entwickelt, der Radfahrer aus allen Richtungen her erfassen kann. Zudem verrät der Sensor dem Auto auch, in welche Richtung diese fahren. Merkt das Auto, dass ein Radfahrer sich dahinter befindet und schneller fährt, verringert es die Geschwindigkeit, um den Radfahrer sicher überholen lassen zu können. Die neue Technologie soll Radfahrer zudem auch bei Dunkelheit viel besser erkennen können, erklärt Google in dem Bericht. Bei den Tests kreisten 100 Google-Mitarbeiter auf Bikes um ein parkendes Google-Auto. Laut dem Konzern konnten die Sensoren alle Fahrräder lokalisieren. Im Straßenverkehr soll der der Rundherum-Sensor sogar parkende Autos mit geöffneten Türen erkennen.

Google darf seine autonomen Autos bereits in vier US-amerikanischen Städten fahren lassen. Pro Woche legen diese wohl 26.000 Kilometer zurück. Seit 2009, also dem Start des Projekts, wurden schon 2,7 Millionen Kilometer gemeistert. Aktuell lässt Google 58 autonome Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen.

Nach dem tödlichen Unfall mit einem teilautonomen Tesla Model S, kamen wieder Bedenken im Hinblick auf den Sinn selbstfahrender Autos auf. Einige sehen diese Entwicklung als Lösung für Probleme, die es eigentlich gar nicht gibt. Andere wiederum versprechen sich dadurch deutlich mehr Sicherheit und ein ökonomischeres Fahren. In jedem Fall kann jedoch festgehalten werden, dass es beim Thema selbsfahrender Autos nicht nur auf die Autos, samt Sensorik, ankommt, sondern auch die Straßen intelligenter werden müssen. Insgesamt erfordert das Ganze eine einheitliche Infrastruktur mit Echtzeit-Datenaustausch und intelligenter Verknüpfung. Auch Google lenkt im aktuellen Bericht ein und betont, dass es „unmöglich sei die realen Bedingungen von Distanz und Geschwindigkeit zu bewältigen“ und Zusammenstöße somit nahezu unvermeidbar sind.

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