Vor allem für Menschen mit einer Nadelphobie ist eine Blutentnahme oft sehr unangenehm. Dabei ist nicht viel dabei. In geschickten Händen ist die Entnahme sogar fast schmerzlos. Aber Ängste sind bekanntlich nicht immer rational. Eine Lösung könnte bald vom Suchmaschinengiganten Google kommen. Das Unternehmen patentierte eine Smartwatch, die eine nadellose Blutentnahme ermöglicht.


google

Blutentnahme per Unterdruck

Das von Google patentierte System nutzt ein Unterdrucksystem, um an das Blut des Trägers der Smartwatch zu kommen. Eine kleine Röhre wird gegen die Haut des Trägers gepresst, während eine Pumpe innerhalb der Röhre ein Vakuum entstehen lässt. Dann wird ein “Mikropartikel”, über dessen genauen Eigenschaften sich Google in dem Patentantrag ausschweigt, auf die Haut geschossen und verursacht einen winzigen Schnitt. Durch den Unterdruck in der Röhre wird ein Blutstropfen durch den Schnitt nach außen gesogen.


Soweit so gut. Der Patentantrag gibt jedoch nur wenige Details darüber her, inwieweit das Blut dann analysiert wird. Außerdem scheint es, als würde die Analyse an sich nicht von der Smartwatch durchgeführt werden. “In a typical scenario, a person’s blood is drawn and either sent to a lab or input into a handheld testing device, such as a glucose meter, where one or more tests are performed to measure various analyte levels and parameters in the blood”, heißt es in dem Antrag.

Hilfe beim Management von Diabetes

Natürlich wird so eine Technologie mittelfristig nicht in der Lage sein, Blutentnahmen und Analysen durch einen Arzt zu ersetzen. Aber für Menschen, die unter einer chronischen Krankheit leiden, die regelmäßige Blutanalysen nötig macht, wie etwa Diabetes, könnte so eine Smartwatch eine große Erleichterung darstellen. Patienten, die unter Diabetes leiden, benötigen mehrmals am Tag einen Blutstropfen, um ihren Blutzuckerwert zu überprüfen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit ca. 9 Prozent der Erwachsenen an Diabetes erkrankt. 1,5 Millionen Menschen starben im Jahr 2012 an der Krankheit. Neben der in dem Patent gezeigten Smartwatch entwickelt Google auch eine Kontaktlinse, die unter anderem die Blutzuckerwert des Trägers überprüfen kann.

Die reine Tatsache, dass Google ein entsprechendes Patent hat eintragen lassen, bedeutet nicht, dass so eine Smartwatch tatsächlich auf den Markt kommen wird. “We hold patents on a variety of ideas – some of those ideas later mature into real products or services, some don’t,” a spokesperson for the company told The Verge. “Prospective product announcements should not necessarily be inferred from our patents”, teilte ein Sprecher des Unternehmens dem Blog The Verge mit.

Ein Patent mit Schwächen

Besonders im Kontext mit den sich parallel in der Entwicklung befindlichen Kontaktlinsen scheint der Nutzen einer Smartwatch zweifelhaft, die zwar zu Blutentnahmen in der Lage ist, aber diese dann nicht analysieren kann. Sollte Google tatsächlich planen, eine entsprechende Technologie auf den Markt zu bringen, sollte diese dann wenigstens eine Möglichkeit vorsehen, das Blut direkt von der Smartwatch analysieren zu lassen.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.