Die Windenergie gilt als vergleichsweise zuverlässige Art der Erneuerbaren Energien. Allerdings muss diese Einstufung relativiert werden. Tatsächlich existieren bei der Stromproduktion der Windräder weniger Schwankungen als beispielsweise bei Solaranlagen. Dennoch zeigt sich auch der Wind oftmals sehr wechselhaft. Für die Betreiber der Stromnetze ist dies problematisch, weil sie spontan reagieren müssen und keine Planungssicherheit haben. Google allerdings scheint nun eine Lösung für diese Problematik gefunden zu haben: Die selbst entwickelte künstliche Intelligenz Deepmind. Bekannt wurde diese vor allem, weil sie vor einiger Zeit die weltbesten Spieler im asiatischen Brettspiel Go schlug. Die Windkraft könnte nun so etwas wie die erste kommerzielle Anwendung der Technologie werden.


Bild: MBS

Die Einnahmen aus dem Stromverkauf stiegen signifikant

Dazu fütterten die beteiligten Wissenschaftler die künstliche Intelligenz mit den vorhandenen Wetterprognosen und den von der Windturbine ohnehin erfassten Daten der Vergangenheit. Mithilfe des sogenannten maschinellen Lernens erkannte Deepmind darin dann Muster, die wiederum eine Prognose für die Zukunft zuließen. Konkret konnte die Stromproduktion der Windräder für die nächsten 36 Stunden vorausgesagt werden. Somit war Google in der Lage, den Netzbetreibern feste Produktionszusagen der firmeneigenen Windparks für den nächsten Tag zu geben. Dies wiederum hat ganz konkrete wirtschaftliche Vorteile: Der Windstrom brachte bei der Vermarktung rund zwanzig Prozent mehr Geld ein als vor dem Einsatz der künstlichen Intelligenz. Es ist daher davon auszugehen, dass auch die Betreiber anderer Windparks an der Technologie interessiert sein dürften.

Die Windkraft könnte einen Schub erhalten

In Deutschland allerdings würden die Netzbetreiber zwar theoretisch auch von einer besseren Planbarkeit in Sachen Windstrom profitieren. Doch die Betreiber von Windparks haben keinen Anreiz, diese auch zu gewährleisten. Denn es gilt ohnehin ein Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien. Diese müssen also in jedem Fall zum vereinbarten Preis abgenommen werden. In vielen anderen Ländern der Welt hingegen könnte der Einsatz von Deepmind und ähnlicher künstlicher Intelligenz der Windkraft noch einmal einen Schub geben. Denn durch die bessere Vermarktbarkeit könnten zahlreiche neue Projekte realisiert werden, für die sich bisher noch kein Investor gefunden hat. Außerdem sinken durch die genauen Prognosen die Kosten für die Netzbetreiber, weil weniger Reserven vorgehalten werden müssen. Davon wiederum würden die Stromkunden profitieren.


Via: Engadget

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