Die Bilder von Überwachungskameras sind oftmals so unscharf, dass Verdächtige nicht richtig erkannt werden können. Fahnder träumen daher schon länger von einer technischen Möglichkeit, solche Bilder heraufzurechnen und mit mehr Details zu versehen. Googles Forschungsabteilung Brain ist nun zumindest ein Schritt in diese Richtung gelungen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz konnten sie ein Foto mit 8×8 Pixeln so heraufskalieren, dass anschließend ein Bild im Format 32×32 Pixel entstand. Auf diesem waren dann schon deutlich mehr Details zu erkennen. Allerdings bediente Google sich dabei eines Tricks: Denn die fehlenden Pixel können bisher nicht korrekt ersetzt werden. Vielmehr nutzt die künstliche Intelligenz eine Datenbank, um die Gestalt benachbarter Pixel zu prognostizieren.


Zwei neuronale Netzwerke ergänzen sich

Befindet sich also beispielsweise bei einem Porträt rechts oben ein brauner Pixel, spricht vieles dafür, dass es sich um die Augenbraue handelt. Genau genommen nutzt Google zwei verschiedene neuronale Netzwerke, um ein möglichst perfektes Bild zu erreichen. Das erste versucht fehlende Details zu erraten, indem er das Foto mit einer Datenbank abgleicht, in der sich ähnliche Motive befinden, die ebenfalls auf 8×8 Pixel heruntergerechnet wurden. Das zweite neuronale Netzwerk nutzt dann eine Datenbank mit hochauflösenden Fotos, um die fehlenden Pixel möglichst sinnvoll zu ergänzen. Heraus kommt dann ein Bild, das nicht wirklich perfekt ist, auf dem ein Gesicht aber beispielsweise schon deutlich besser zu erkennen ist als in der 8×8 Pixel Version.


Der Einsatz vor Gericht ist nicht möglich

Zu Testzwecken bekamen Probanden Fotos von Prominenten gezeigt und zwar einmal in der Original 32×32 Pixel Version und einmal in einer durch die künstliche Intelligenz heraufskalierten Version. In immerhin zehn Prozent der Fälle, wurde dabei die bearbeitete Version für das Original gehalten. Ein bis dato noch nie erreichter Wert. Bei etwas weniger schwierigen Fotos, beispielsweise von Schlafzimmern, konnte die Version der künstlichen Intelligenz sogar in 28 Prozent der Fälle überzeugen. In der Verbrechensbekämpfung kann die neue Technik aber nur bedingt genutzt werden. Denn vor Gericht beispielsweise dürften von künstlicher Intelligenz veränderte Fotos eher nicht zum Einsatz kommen.

Via: Engadget

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