In der Vergangenheit wurde teilweise erbittert über die Schädlichkeit sogenannter Killerspiele debattiert. So wurde immer wieder behauptet, es gäbe einen Zusammenhang zwischen gewaltverherrlichenden Spielen und aggressivem Verhalten. Wissenschaftlich untersucht wurde eine mögliche Kausalität aber nur bedingt. Dies ändert sich nun mit einer Studie des Max-Planck-Instituts. Die Wissenschaftler dort teilten insgesamt 90 Probanden in drei Gruppen ein:


1. Die GTA V Spieler

Die Probanden sollten acht Wochen lang täglich mindestens eine halbe Stunde GTA V spielen. Tatsächlich spielten die Mitglieder der Gruppe sogar etwas mehr als dreißig Minuten pro Tag.


2. Die Sims Spieler

Diese Gruppe spielte täglich für knapp eine halbe Stunde das harmlose Familienspiel die Sims.

3. Die Kontrollgruppe

Um die Ergebnisse besser einschätzen zu können, wurde noch eine Gruppe gebildet, die keine Vorgabe bekam.

So wurde die Untersuchung durchgeführt

Untersucht wurde die Aggressivität der Teilnehmer vor Beginn der Aufgaben, unmittelbar danach und schließlich noch einmal nach zwei Monaten. Zum Einsatz kamen dabei zum einen standardisierte Fragebögen. Zum anderen wurden aber auch computergestützte Tests genutzt. So mussten die Probanden etwa bestimmte Buchstaben ergänzen. Wer aus „MO-“ das Wort „Mond“ bildete wurde dann beispielsweise als weniger aggressiv eingestuft als jemand der als Ergebnis „Mord“ präsentierte. Auf Basis solcher und ähnlicher Untersuchungen konnten die Forscher recht genau feststellen, ob es durch die Computerspiele zu Veränderungen gekommen ist – und falls ja, bei wie vielen Teilnehmern diese beobachtet werden konnte. Um mögliche externe Faktoren auszuschließen, wurden die Ergebnisse zudem noch einmal mit der Kontrollgruppe abgeglichen.

Grand Theft Auto V – [PlayStation 4]
Preis: 29,50€
Zuletzt aktualisiert am 25.04.2018

Das Ergebnis: Statistisch lässt sich kein Zusammenhang erkennen

Das Ergebnis der Studie fiel eindeutig aus. Insgesamt wurden 208 Tests durchgeführt. Diese Zahl ergibt sich aus den 90 Probanden, die jeweils dreimal untersucht wurden – wobei einige Teilnehmer nicht bis zum Ende dabei blieben, weshalb der Wert nicht bei 270 Tests liegt. In jedem Fall konnten die Forscher nur in drei Fällen tatsächlich eine Veränderung hin zu mehr Aggressivität feststellen. Rein statistisch betrachtet kann somit ein Zusammenhang zunächst ausgeschlossen werden, denn alleine durch den Zufall der natürlichen Stimmungsschwankungen hatten die Forscher mit zehn solcher Veränderungen gerechnet. Zwei Einschränkungen müssen aber noch gemacht werden: An der Studie haben keine Minderjährigen teilgenommen und keine Probanden, die ohnehin als aggressiv galten. Es ist durchaus möglich, dass bei diesen Gruppen noch einmal andere Ergebnisse herauskommen. Dafür sind aber weitere Studien notwendig.

Via: Der Spiegel

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.