Wissenschaftler der europäischen Raumfahrtagentur ESA haben die bislang detaillierteste Karte unserer Milchstraße vorgestellt. Darin sind rund 1,7 Milliarden Sterne verzeichnet. Die meisten davon wurden zudem mit zusätzlichen Informationen versehen – etwa der exakten Position, der Helligkeit, der Eigenbewegung und weiteren Eigenschaften. Die entsprechenden Daten und Bilder wurden zwischen dem 25. Juli 2014 und dem 23. Mai 2016 mithilfe des Weltraumteleskops Gaia gewonnen. Das Teleskop befindet sich rund eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt und hat die Aufgabe, die Milchstraße dreidimensional zu vermessen. Die gewonnenen Daten werden dann in Richtung Erde geschickt und von Parabolantennen im spanischen Cebreros und im australischen New Norcia empfangen. Aus der Vielzahl an Fotografien haben die Forscher schließlich das beeindruckende Bild aller Sterne konstruiert.


Bild: ESA/Gaia/DPAC

Wissenschaftler erwarten zahlreiche neue Erkenntnisse

An Bord von Gaia befindet sich die größte jemals im Weltraum zum Einsatz gekommene Digitalkamera. Die Auflösung liegt bei rund einer Milliarde Pixel. Wer mit diesem Wert nichts anfangen kann, dem hilft ein Vergleich: Die Auflösung ist hoch genug, um von der Erde aus eine 1-Euro-Münze auf dem Mond zu erkennen. Rund 450 Wissenschaftler unter der Leitung von Anthony Brown sind damit beschäftigt, das einmalige Datenmaterial des Weltraumteleskops auszuwerten und aufzubereiten. Im September 2016 hatten sie erstmals eine Karte unserer Galaxie präsentiert. Dort waren damals aber nur 1,15 Millionen Sterne zu finden. Wissenschaftler sind von den Ergebnissen der Gaia-Mission jedenfalls begeistert: „Die neuen Gaia-Daten sind so stark, dass aufregende Forschungsergebnisse auf uns zukommen werden“, erklärte etwa der Italiener Antonella Vallenari.

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Zuletzt aktualisiert am 16.08.2018

Es handelt sich um ein europäisches Projekt

So erhofft sich die Wissenschaft etwa neue Erkenntnisse darüber, wie die Milchstraße überhaupt entstanden ist und wie sie ihr heutiges Aussehen erhalten hat. Außerdem könnte geklärt werden, welche Materieströme die Galaxie durchfließen. Für die Weltraumforschung in Europa ist Gaia ein enorm wichtiges Projekt. Nicht nur weil es von der europäischen Raumfahrtagentur initiiert wurde, sondern auch weil das Teleskop von dem europäischen Konsortium „Airbus Defence and Space“ gebaut wurde. Neben der Erforschung der gesamten Milchstraße hat die ESA sich in den nächsten Jahren zudem ein weiteres Großprojekt vorgenommen: Noch in diesem Jahr soll eine unbemannte Weltraummission zum Merkur starten und den noch vergleichsweise unerforschten Planeten genauer untersuchen.

Via: ESA


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