Während in Deutschland die Atomkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden und auch Kalifornien den Atomausstieg vorantreibt, verfolgt die britische Regierung eine andere Strategie. So wurden dort im vergangenen Monat die Verträge über den Bau eines neuen Atomkraftwerks in Hinkley Point unterzeichnet. Kostenpunkt: 1,8 Milliarden Pfund. Die britische Öffentlichkeit scheint von dem Projekt allerdings alles andere als angetan zu sein. Einer offiziellen Umfrage der britischen Regierung zufolge fiel die Zustimmung zur Atomkraft im Anschluss an die Entscheidung um drei Prozent. Nur noch ein Drittel der Befragten sprach sich demnach weiterhin für die Nutzung der Technologie aus – so wenige wie nie zuvor. An der Entscheidung für den Bau des neuen Kraftwerks dürfte dies aber nichts mehr ändern.


Interceptor Drohne zum Schutz der Atomreaktoren

Fracking ist in Nordirland und Schottland bereits untersagt

Noch unbeliebter ist die sogenannte Fracking-Technologie. Dabei werden Gesteinsschichten aufgebrochen, um darin lagernde Erdgas- und Erdölvorkommen ausbeuten zu können. Eine Technik, die nicht unerhebliche Folgen für die Umwelt haben kann. Die Zustimmung innerhalb der britischen Bevölkerung liegt daher auch bei mageren 17 Prozent. In der Vergangenheit ließ sich dabei ein interessanter Trend beobachten: Je besser die Befragten über die Technik informiert waren, desto niedriger fiel die Zustimmung aus. Immerhin 79 Prozent der Befragten gaben diesmal an, über Fracking informiert zu sein. Die Parlamente in Schottland und Nordirland haben ohnehin bereits Maßnahmen getroffen, um das Fracking in ihrer Region vollständig zu verbieten.


Der Ausbau der Windkraft wird von den Briten befürwortet

Einen positiven Trend gab es allerdings im Bereich der Erneuerbaren Energien zu vermelden. Stolze 79 Prozent der Befragten sprachen sich für eine saubere Energieversorgung aus – und damit zwei Prozent mehr als in der vorangegangenen Umfrage. Gegen die Erneuerbaren Energien votierten hingegen lediglich fünf Prozent der Umfrageteilnehmer. Konkret konnte dabei vor allem die Windkraft erstaunlich hohe Zustimmungswerte erreichen: 71 Prozent der Briten sprechen sich für mehr Windkraftanlagen auf dem Land aus. Dies ist recht erstaunlich, weil die Anlagen immer wieder auch den Protest von Anwohnern hervorrufen. Im Vergleich zu Fracking oder Atomkraft scheint dies für die Briten aber das kleinere Übel zu sein.

Via: BusinessGreen

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