Die industrielle Revolution begann in Großbritannien und breitete sich von dort über den ganzen Kontinent aus. Die Kohle war dabei zunächst der wichtigste Energieträger. Bis heute stammt ein nicht unerheblicher Teil des britischen Energiebedarfs aus Kohlekraftwerken. Dies ist aber aus umwelttechnischer Sicht sehr bedenklich. Denn die Kohlemeiler sind nicht nur teilweise uralt und verschmutzen die Luft, sondern Kohle ist auch generell der fossile Brennstoff mit der schlechtesten Klimabilanz. Die britische Energieministerin Amber Rudd möchte daher das Kohlezeitalter nun endgültig beenden. Dies geht aus einem Redemanuskript hervor, dass im Vorfeld bereits an die Presse gegeben wurde.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Neue Gaskraftwerke sollen die alten Kohlemeiler ersetzen

Dort heißt es unter anderem: „Es kann für eine entwickelte Wirtschaft wie Großbritannien nicht zufriedenstellend sein, auf luftverschmutzende, CO2-intensive und 50 Jahre alte Kohleverbrennungskraftwerke angewiesen zu sein.“ Später macht die Ministerin dann noch einmal deutlich: „Lassen sie es mich ganz klar sagen: Das ist nicht die Zukunft.“ Von diesem Teil der Rede zeigten sich die britischen Umweltschützer daher auch sehr angetan. Deutliche Kritik wurde allerdings an den Alternativplänen der Politikerin laut. Diese möchte die Kohlekraftwerke nämlich nicht durch Erneuerbare Energien ersetzen, sondern propagiert stattdessen Investitionen in Atommeiler und Gaskraftwerke. Gas ist zwar weniger klimaschädlich als Kohle, aber dennoch keine wirklich saubere Energie.

Umweltschützer fordern ein Ende fossiler Brennstoffe

So sagt die Ministerin laut Manuskript: „Eine der besten und kosteneffizientesten Maßnahmen, die wir zur Emissionsreduzierung bei der Elektrizitätsgewinnung ergreifen können, ist es, Kohlekraftwerke durch Gas zu ersetzen.“ Simon Bullock von der Umweltschutzorganisation „Friends of the Earth“ sieht die Pläne der Ministerin daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Die Kohle auslaufen zu lassen – wenn das der vorgeschlagene Plan ist – ist für das Klima von essentieller Bedeutung. Aber von Kohle auf Gas zu wechseln, ist, als ob ein Alkoholiker seine zwei Flaschen Whiskey pro Tag durch zwei Flaschen Portwein ersetzt.“


Via: Phys.org

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.