Viele Städte und Gemeinden versuchen, möglichst viele Verkehrsteilnehmer zur Nutzung des Fahrrads zu bewegen. Dies ist nicht nur deutlich umweltfreundlicher als die Fahrt mit dem Auto, sondern hilft auch Staus und Luftverschmutzung zu vermeiden. Norwegen investiert daher beispielsweise aktuell rund eine Milliarde Dollar in neue Fahrradautobahnen, während Mailand auf kleine Geldprämien für Fahrradpendler setzt. Siemens hat nun eine App entwickelt, die den Behörden eine weitere Möglichkeit an die Hand geben soll, die Nutzung des Fahrrads zu fördern. Die App komuniziert dabei mit den Ampeln und sorgt so auf ausgewählten Strecken für eine optimierte Ampelschaltung. Im Idealfall muss der Radfahrer dann gar nicht mehr anhalten, sondern kann ungestört zum Ziel radeln.


Quelle: Siemens
Quelle: Siemens

Die App informiert die Verkehrszentrale frühzeitig

Auf diese Weise spart der Fahrradfahrer nicht nur Zeit, sondern auch Kraft, weil er auf andauerndes bremsen und beschleunigen verzichten kann. Dass Fahrzeuge mit Ampeln kommunizieren ist dabei keine Neuigkeit. So entwickelte BMW etwa ein System, bei dem Autofahrer einen Countdown der aktuellen Ampelphase angezeigt bekommen. Die App von Siemens geht aber noch einen Schritt weiter: Sie informiert die Verkehrszentrale, sobald der Radfahrer einen virtuellen Punkt rund sechzig Meter vor der Ampel passiert. Von dort wird dann das Signal zur Änderung der Ampelschaltung ausgegeben. Ganz ohne Vorbild ist aber auch dieses Modell nicht: In Amsterdam gibt es bereits auf ausgewählten Strecken die grüne Welle für Radfahrer.

Autofahrer müssen mit Nachteilen rechnen

Dort gilt dies aber nur, sofern die Fahrradfahrer eine bestimmte Geschwindigkeit fahren. Die nun entwickelte App soll aber für generell freie Fahrt sorgen. Natürlich gibt es bei diesem System aber auch Verlierer: Autofahrer müssen beispielsweise mit mehr und längeren Rotphasen rechnen. Selbiges gilt für Radfahrer die quer zu den ausgewählten Strecken unterwegs sind. Der Einsatz ist daher vor allem auf Straßen geplant, die schon heute von vielen Fahrrädern genutzt werden – beispielsweise die Hauptstraßen in Richtung Universität. Den Angaben von Siemens zufolge, haben bereits mehrere deutsche Städte Interesse an dem System angemeldet.


Via: Siemens

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Carsten

    8. Juni 2016 at 16:21

    Ganz ohne App könnte man die Ampelschaltungen so gestalten das die Radfahrer nach Druck auf den Knopf nicht ewig auf Grün warten müssen. Aber das wäre ja zu einfach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.