Wasser ist lebenswichtig – und generell in manchen Gegenden dieser Welt bereits Mangelware. Forscher schlagen nun Alarm: Nach aktueller Datenlage seien ein Drittel der großen Wasserreservoire der Erde bereits übernutzt. Mit anderen Worten: Wasser wird schneller aus den Reservoiren entnommen, als es nachfließen kann. Besonders stark betroffen ist das Aquifer-System in Arabien, dicht gefolgt vom Indus-Becken und einem Reservoir im Norden von Afrika. Die vorhandene Datenlage mache es noch dringender, die vorhandenen Wasserreserven zu beziffern, so die Wissenschaftler.


Wasserreservoire
Grafik: University of California

Wasser ist die wichtigste Ressource der Welt

Endzeitszenarien nehmen zwei primäre Gründe an, die die Welt in Zukunft in einen globalen Konflikt stürzen könnten: Wasser und Öl. Was Erdöl angeht, ist die Wissenschaft sich unsicher, wie viele Reserven überhaupt noch übrig sind. Sicher ist jedoch, dass unser derzeitigen Energiemodelle zeitlich befristet sind: Irgendwann wird das Erdöl aufgebraucht sein. Ein ähnlich alarmierendes Bild zeichnen nun Wissenschaftler von der University of California rund um die Wasserreserven der Erde. Mit Hilfe von Daten aus dem GRACE-Satellitensystem analysierte das Team rund um Alexandra Richey die Schwerefeld-Anomalien über den größten Aquiferen der Erde und berechnete Modelle, die den lokalen Wasserhaushalt, die Wasserentnahme und den Nachfluss durch Niederschlag und Versickerung mit einbezogen. Mit Hilfe dieser Modelle glauben die Forscher, den Zustand der Aquifere quantifizieren zu können.

Das Ergebnis ist alarmierend: Etwa ein Drittel der größten Wasserreservoiren unseres Planeten stehen unter zu viel Stress und sind übernutzt. Bei acht von ihnen ist übersteigt die Entnahme den Nachfluss, ja einige Reservoire erhalten so gut wie gar kein nachfließendes Wasser. Fünf weiteren Aquiferen bescheinigte das Team ein extrem hohes Stresslevel: Zwar fließt Wasser nach, aber der Nachfluss reicht nicht aus, um den Verlust durch die Entnahme auszugleichen.


Wasser: In heißen Gegenden eine Mangelressource

Am stärksten belastet ist das Aquifer-System in Arabien, so die Forscher. Das System versorgt 60 Millionen Menschen mit Wasser – übrigens unter anderem die Bewohner von Verschwenderstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten oder dem Wüstenstaat Katar, in dem 2022 die Fußball-WM stattfinden soll.

Auch das Indus-Becken unter Nordwest-Indien und Pakistan sowie das Murzuk-Djado-Becken unter Nordafrika, das Kaukasus-Aquifer, das Canning-Becken in Nordaustralien und das Grundwasser-Reservoir unter dem Central Valley in Kalifornien sind stark belastet.

Verbleibende Wasserreserven sind nicht bekannt

Das größte Problem ist aber, dass sich zwar die Bilanz aus Entnahme und Nachfluss quantifizieren lässt, aber nicht bekannt ist, wie viel Wasser überhaupt in den Reservoiren verblieben ist. Die Schätzungen zur Reichweite der verbleibenden Wassermenge variieren zwischen Jahrzehnten du Jahrtausenden“, erklärt Richey. Die Wissenschaft verfügt schlicht und einfach nicht über ausreichend genaue Messmethoden. ”Angesichts der Geschwindigkeit, mit der wir die Grundwasserreserven der Erde plündern, brauchen wir eine koordinierten globale Anstrengung, um herauszufinden, wie viel uns noch bleibt„, so Jay Famiglietti, der an der Studie beteiligt war.

Heute aktiv werden: Viva con Agua

Sollten die Wissenschaftler Recht haben, ist die Lage alarmierend. Unabhängig von den verbleibenden Reserven hackt die Menschheit langsam aber sicher am Grundwasservorrat der Erde. In einigen Ländern wird Wasser als selbstverständlich angesehen, in anderen Regionen ist es bereits jetzt eine extrem knappe Ressource, die teilweise dennoch aufgrund von schlechtem Informationsstand und veralteten Technologien verschwendet wird.

Wichtig ist, auch in westlichen Ländern den Blick auf Wasser als Ressource zu schärfen. Und natürlich, den Umgang sowie die Versorgung mit Wasser in Entwicklungsländern zu verbessern. In letztere Bresche schlägt der Verein Viva con Agua, den der Autor den Lesern an dieser Stelle wärmstens ans Herz legen möchte.

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