Was sich nach einem Horror-Szenario anhört, soll dem italienischen Neurochirurg Sergio Canavero zufolge in zwei Jahren schon möglich sein. Die Rede ist von der Transplantation eines Menschenkopfes auf einen anderen fremden Körper. „Die Methoden stünden bereits zur Verfügung, man müsse es nur tun“, betont Canavero. Kollegen des selben Fachs, sind jedoch skeptisch.


Kopftransplantation
Ein Frauenkopf wurde vom Körper separiert und durch Maschinen am Leben gehalten Screenshot aus dem Film „Das Gehirn, das nicht stirbt“ aus dem Jahr 1962

Schwerkranke Menschen sollen neues Leben geschenkt bekommen

Die Ergebnisse zu den Forschungen von Canavero hat die britische Fachzeitschrift „New Scientist“ niedergeschrieben. Seit der Veröffentlichung, kann sich der Wissenschaftler vor Anrufen nicht mehr retten. Forscher, Mediziner und Kritiker aus aller Welt lassen die Telefondrähte heiß werden. Angetrieben von seiner Arbeit und einem gesunden Optimismus, sorgt Canavero mit seiner Vision für eine Menge Gesprächsstoff. Aus vergangenen Berichten wissen wir bereits ansatzweise, zu was die moderne Medizin alles in der Lage ist. Die Transplantation menschlicher Köpfe ist jedoch für uns „Otto-Normalos“ nach wie vor unvorstellbar.

Die Vision von Canavero beschreibt, dass schon in zwei Jahren an Krebs erkrankte Menschen im Endstadium durch die Transplantation des Kopfes ein neues Leben erhalten sollen. Der angegriffene alte Körper wird somit mit einem neuen ausgetauscht. „Medizinisch sind alle großen Probleme gelöst“, so Canavero. „Sofern ich von einer medizinischen Ethikkommission grünes Licht bekomme und die entsprechende finanzielle Ausstattung erhalte, brauche ich zwei Jahre, um ein Team zusammenzustellen und ein entsprechendes Forschungsprojekt zu koordinieren.“


Finanzielle Mittel werden benötigt

Für die Realisierung des Projekts möchte Canavero auf Crowdfunding zurück greifen. Desweiteren möchte der Wissenschaftler auch die Erlöse auch Buchverkäufe mit in die Forschung stecken. „Head Transplantation and the Quest for Immortality“, heißt sein neustes Werk. Obwohl es Canavero versteht die Leute zu unterhalten, nimmt er seine Forschung sehr ernst. Zuletzt trug er seine Vision auf der TEDx-Konferenz vor.

Das bisher größte Problem sei die einwandfreie Verbindung der Nervenbahnen gewesen. Im letzten Jahr ist deutschen Forschern jedoch ein entscheidender Durchbruch gelungen. Eine Studie von Werner Müller von der Universität Düsseldorf zeigte, dass bei gelähmten Ratten durch den Einsatz von einer Matrix aus Polyethylenglykol im Rückenmark wieder die Beine bewegt werden konnten. Der Bewegungsablauf erfolgte noch nicht im vollem Umfang, dennoch ist dem Wissenschaftler mit der „Teilwiederherstellung“ ein großer Schritt in Richtung Zukunftsmedizin gelungen.

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1 Kommentar

  1. Dietmar

    2. März 2015 at 07:28

    Woher kriegen die denn die kopflosen Körper her, auf die ein Kopf transplantiert werden soll?

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