Plastikhalme sollen bis 2021 in der gesamten EU verboten werden. Die Suche nach Alternativen hat daher bereits begonnen. Vielen Restaurants und Bars fällt es auch gar nicht so schwer, auf die Plastikstrohalme zu verzichten. Das Paar Hannah Cheney und Sebastian Müller hat mit HALM ein Starup gegründet, das sich darauf spezialisierte  Strohalme aus Glas herzustellen. Die bruchfesten Glashalme kommen in Bars ziemlich gut an. So können beispielsweise Besucher des The One aus Halle an der Saale ihre Drinks aus einem HALM-Trinkhalm genießen. Was die Strohalme aus Glas alles können, wie diese produziert werden und was es mit der Robustheit auf sich hat, wollen wir in diesem Beitrag klären.


Sebastian Müller und Hannah Cheney haben das Start-up „Halm“ gegründet, das wierum Trinkhalme aus Glas produziert und somit eine Alternative zu Plastikhalmen bietet.

Idee kam beim Beach-Cleanups

2015 waren die HALM-Gründer zur Hochzeit eines befreundeten Paares nach Thailand eingeladen. Um das romantische Ereignis auf einer traumhaften Insel perfekt zu machen, entschlossen sich die Gäste allesamt jedoch dazu, noch kurz den an den Strand gespülten Plastikmüll einzusammeln. Am Ende konnten 25 Säcke (a 150 Liter) prall gefüllt aufgesammelt werden. Nahezu jedes zweite Plastikmüllstück war ein Plastikhalm. Das erschreckte das Paar dermaßen, dass im Kreise der Freunde über Alternativen beratschlagt wurde. Dabei entsprang die Idee eines Glashalms, der knapp drei Jahre später den Weg in viele Szenebars fand. Ein toller Erfolg. Sebastian Müller und Hannah Cheney kündigten beide ihre Jobs und setzten mit der Gründung des HALM-Startups im November 2016 alles auf eine Karte. Fortan kämpfen die beiden aktiv gegen den achtlosen Konsum von Einwegstrohhalmen.

Glashalme sind extrem stabil, recycelbar und langlebig

Jüngst stellte HALM auf der INTERNORGA als erster Glastrinkhalmproduzent seinen zehn Zentimeter langen Shotglas-HALM vor. Dieser eigne sich dem Startup zufolge bestens, um brennenden B52 zu genießen. Für heiße Süppchen aus dem Einwegglas ist der Shotglas-HALM ebenfalls praktisch. Erfahrungen von der Messe zeigen, dass auch Kinder auf die Halme stehen. Allerdings sollte hier seitens der Erwachsenen aufgeklärt werden, dass auf die Halme nicht gebissen werden sollte.


Unsere Glashalme halten locker über 1000 Spülgänge. Von der Stabilität und leichten Reinigung werden noch unsere Urenkel profitieren, erklärt Sebastian Müller.

So werden die Glashalme produziert

Mittlerweile setzen über 1000 Gastronomen und mehr als 100.000 Endverbraucher auf die hochwertigen Glasstrohhalme. Hergestellt werden die Trinkhalme aus Glas in Deutschland unter Verwendung von Solarenergie. Die Glassorte ist recycelfähig und Plastik- sowie Mineralölfrei. Das Glas des Halms ist im Vergleich zu Alternativhalmen am hygienischsten und kommt zudem auch gänzlich ohne BPA aus. Es besteht also keine Gefahr, dass die Halme bei Kindern die Kreidezähne-Krankheit verursachen. Zuletzt setzt das Startup auch großen Wert auf die Produktion einer nachhaltigen Verpackung der Glashalme. So stammt diese aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Konfektioniert werden die Verpackungen von Menschen mit Handicap des Lebenshilfewerks. Bisher gibt es sechs Varianten in fünf Längen von 10 bis 30 Zentimeter. Jedem Trinkhalmset ist auch eine Reinigungsbürste mit beigelegt. Bei größeren Aufträgen im B2B-Bereich können auf Wunsch auch individuelle Schriftzüge und/oder Logos auf die Glashalme gelasert werden.

Fazit

Werden die Glashalme einmal unachtsam weggeworfen, verfallen diese wieder zu Sand, ohne die Umwelt zu belasten. Die Glashalme sehen edel aus und man kann aufgrund der Transparenz ziemlich gut sehen, ob die Halme auch sauber sind. Nach dem ersten Test wird klar, dass die Glashalme sehr robust sind und für Geschmacksneutralität sorgen. Die Halme bestehen aus extra stabilem SCHOTT-Glas und sind Spülmaschinenfest. Zudem überzeugt die Wiederverwendbarkeit. Gewöhnungsbedürftig ist hingegen die Starrheit der Halme.

HALM im Video

Weitere Alternativen zum Plastikstrohhalm

Es gibt noch weitere Alternativen zu dem umweltschädlichen Plastikstrohhalm. Das ist beispielsweise der Trinkhalm aus Edelstahl. Dieser ist ebenfalls plastikfrei allerdings nicht geschmacksneutral. Auch kann durch den Halm aus lebensmittelechtem Edelstahl nicht durchgeschaut werden. Pluspunkte gibt es für die Stabilität und die Langlebigkeit. Trinkhalme aus Papier sind eine weitere Alternative. Diese sind nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt und ebenfalls aus recycelbaren Material. Begrüßenswert wäre hier der Einsatz von bereits recyceltem Papier als Grundstoff. Wird der Papierhalm aus Holzstoffen gewonnen, so ist die Ökobilanz dann doch nur ein wenig besser als die der Plastikhalme. Obwohl Bambus antibakteriell wirkt, dürfen Trinkhalme aus Bambus bisher in der Gastronomie auch nur einmal verwendet werden. Im Test haben die Halme aus Bambus beim Genuß von Wasser einen hölzernen Geschmack portiert. Für Bambus spricht der ohnehin schon hohle Stiel, der kaum noch Nachbearbeitung bedarf. Ein Nachteil ist jedoch, dass die Pflanze hauptsächlich in Indonesien wächst und daher einen langen Anfahrtsweg hat. Wisefood bietet essbare Strohhalme aus Weizen und Apfelfasern an. Diese sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und eignen sich besonders gut beim Genuß von Smoothies.

Um das gewohnte Stohhalmerlebnis wahren zu können, eignen sich Trinkhalme aus Biokunststoff ziemlich gut. Diese bestehen hauptsächlich aus Stärkefasern (nachwachsender Rohstoff). Obwohl Biokunststoff in der Theorie vollständig kompostierbar ist, steht dieser in der Kritik. Schließlich landen die Erzeugnisse oftmals über den Restmüll in der Müllverbrennungsanlage. Für industrielle Kompostierungsanlagen ist der Bio-Kunststoff nicht geeignet, da die geforderte acht Wochen Abbau nicht eingehalten werden können.

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