Auch Großstädte können sehr wohl echte Naturreservate sein, vor allem die Insekten finden hier durchaus passende Lebensräume. Auf Trockenwiesen wie in Hamburgs Osdorfer Altmark tummeln sich sogar Hasen, Füchse und Rehe, aber auch zahllose Schmetterlinge. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat nun die norddeutsche Metropole ins Auge gefasst und das Projekt »Aurora« ins Leben gerufen.


Schmetterling
Wird Hamburg zum Paradies für Schmetterlinge? / Foto: Yvonne Salmen

Ein besonderes Augenmerk gilt der späten Mahd

Der Aurorafalter dient als Namensgeber der neuen Initiative, die zum Ziel hat, Hamburg zur Hauptstadt der Schmetterlinge zu machen. Der NABU setzt sich dafür ein, dass die Bepflanzung der Gärten und Parks schmetterlingsgerecht erfolgt, und möchte zudem bewirken, dass Schutzmaßnahmen für Insekten stärker in die fortlaufende Pflege von stadteigenen Naturschutzgebieten mit einbezogen werden. Ein besonderes Augenmerk hat die Naturschutzorganisation auf eine an den Lebenszyklus der Falter angepasste Mahd gelegt, das heißt, dass Grünflächen möglichst spät gemäht werden sollen. Dies dient dem Schutz der der Schmetterlinge in frühen Entwicklungsstadien als Eier, Raupe oder Puppe. Wenn noch dazu nur eine Teilmahd erfolgt, können die adulten Tiere besser flüchten und in direkter Nachbarschaft weiterflattern. Ganz ohne Mähen geht es leider nicht, weil die Wiesen sonst ganz schnell zur Brache verkommen.

Das Schmetterlingssterben muss nicht so weitergehen!

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Schmetterlingsbestand in Hamburg stark verringert, viele Tagfalter stehen bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Ungefähr 50 % derjenigen Schmetterlinge, die noch vor 100 Jahren in Hamburg aktiv waren, sind heute komplett verschwunden. Doch das Sterben muss nicht so weitergehen! Wenn die Menschen bewusster mit den städtischen Grünflächen umgehen, Wiesen länger stehen und dichte Hecken wachsen lassen, einen kleinen Teil des Gartens der Wildnis zurückgeben und auch auf Balkon und Terrasse schmetterlingsfreundliche Blumen pflanzen, dann ist bereits viel für die oft beeindruckend schönen Insekten getan.


Hamburg: eine schöne Stadt mit Potential – auch für Tagfalter Bild: Hamburg, Michaela Loheit, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die NABU benötigt so viele Mithelfer wie möglich

An dieser Stelle wird deutlich, dass der NABU allein keine Chance hat, Hamburgs Schmetterlinge zu retten und zu mehren. Die Organisation benötigt so viele Mithelfer wie möglich, die ihren Beitrag leisten, und sei er noch so klein. Insektenexperten beraten aktuell Hamburgs Verwaltungen und Firmen und haben bereits das eine oder andere Unternehmen für das Projekt Aurora gewonnen.

Ob ihr nun selbst in Hamburg wohnt oder nicht: Schließt euch an – und rettet die Schmetterlinge!

Quelle: greenpeace-magazin.de

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