In der Langstraße im hessischen Hanau gilt eigentlich ein Tempolimit von zwanzig Stundenkilometern. Immer wieder kommt es dort aber zu massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Stadtverwaltung will das Problem nun mithilfe eines schwedischen Systems in den Griff bekommen. Die Idee: Fährt ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit, entsteht im Straßenbelag ein künstliches Schlagloch. Der Fahrer wird dort dann einmal unsanft durchgerüttelt. Wer sich hingegen an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, kann die Straße ganz normal nutzen. Insgesamt kostet die dafür notwendige Technik rund 50.000 Euro und wurde bereits bestellt. Noch ist aber unklar, ob sie direkt verbaut werden darf oder ob vorher noch eine Zulassung durch die Bundesanstalt für Straßenwesen nötig ist.


Bild: Edeva

Eine Metallplatte im Boden sorgt für den gewünschten Effekt

Rein technisch besteht das System zunächst aus einer klassischen Radaranlage. Diese erfasst die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos und ist mit einer in den Boden eingelassenen Stahlplatte verbunden. Ist ein Auto zu schnell unterwegs, wird diese Information in Echtzeit übermittelt und die Platte senkt sich auf einer Seite um rund vier Zentimeter ab, so dass ein künstliches Schlagloch entsteht. Getestet wurde das Actibump genannte System bereits in Tschechien und den Niederlanden. Dort soll es tatsächlich dafür gesorgt haben, dass sich die Tempoverstöße reduziert haben. Gegenüber klassischen Bremsschwellen hat das System den Vorteil, dass Autofahrer mit legaler Geschwindigkeit vollkommen unbehelligt bleiben. Auch Radfahrer sind von der Installation nicht betroffen und müssen keinen Umweg fahren.

Auch andere Städte haben kreative Ideen ausprobiert

Bleibt die Frage, weshalb die installierte Radaranlage nicht einfach genutzt wird, um Geldbußen zu verteilen. Hier dürfte die Idee vor allem darin bestehen, dass die Rückmeldung unmittelbar erfolgt. Das klassische Blitzer-Foto landet hingegen zumeist erst einige Tage später im Briefkasten. Hanau ist zudem nicht die einzige Stadt, die auf ungewöhnliche Maßnahmen setzt, um Raser im Auto zu stoppen. In Braunschweig beispielsweise existierte zeitweise ein Zebrastreifen in 3D-Optik. Dieser sollte auf den ersten Blick wie ein Hindernis wirken und die Autofahrer zum bremsen animieren. Dafür allerdings fehlte eine gesetzliche Grundlage. Der besondere Zebrastreifen musste daher wieder entfernt werden. In der Schweiz wiederum wird an einem Messgerät gewerkelt, um zu laute Fahrzeuge erfassen zu können.


Via: FNP

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2 Kommentare

  1. Weste

    7. Juni 2019 at 09:23

    Gute Idee – inbesondere durch das direkte Feedback. Außerdem könnte das Knöllchen noch zusätzlich versandt werden.
    Wie wird verhindert dass bei Fahrrädern dieses System anspringt? Unabhängig davon dass sich auch die Fahrräder an die Geschwindigkeit halten sollten, so haben diese aber meist keinen Tacho und eine solche Schwelle würde wahrscheinlich zu evtl. sogar tödlichen Stürzen führen können.

  2. tuxpingu

    7. Juni 2019 at 23:25

    Radfahrer sind nicht betroffen? Was ist, wenn das System trotzdem mal einen Radfahrer erfasst? Ein Radfahrer, der das System nicht kennt, wird bei Tempo 30 und einem 4 cm Absatz stürzen und seine Felgen schrotten!

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