In den 1940er Jahren unternahmen die Vereinigten Staaten enorme Anstrengungen, um die erste Atombombe zu entwickeln. Unter dem Dach des Manhattan Projects versammelten sich dabei zahlreiche führende Physiker und Naturwissenschaftler und errichteten mit dem Hanford B Reactor den ersten vollständigen Nuklearreaktor der Welt. Dieser wiederum lieferte dann das Plutonium zum Bau der ersten Atombomen. Zum Einsatz kamen diese bei einem Test in der Wüste von New Mexico und in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki. Inzwischen allerdings hat die alte Anlage ausgedient und kann als Nationalpark auch von Touristen besucht werden.


By Billatq (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
By Billatq (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Auch zwei Geisterstädte sind in den Park integriert

Der B Reactor ist dabei die Hauptattraktion für Besucher. Zusätzlich können aber auch die Geisterstädte Hanford und White Bluffs besichtigt werden. Diese wurden ursprünglich geräumt, um Platz für die Arbeiten des Manhattan Projects zu schaffen und dienten anschließend zur Beherbergung der Arbeiter. Ergänzt werden sollen die historischen Monumente durch erklärendes Ausstellungsmaterial. Dabei ist geplant, vor allem drei Perspektiven näher zu beleuchten: Die der Arbeiter vor Ort, die der führenden Wissenschaftler und zudem die der Opfer der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki. „Das Ziel des Parks ist es, die vollständige, komplexe und verworrene Geschichte zu erzählen“, erklärt Chip Jenkins vom National Park Service.

Unterhalt des radioaktiven Abfalls kostet Milliarden

Mit der Eröffnung des Nationalparks verbindet sich auch die Hoffnung, mehr Touristen und Schulklassen anzulocken und über die Hintergründe des Manhattan Projects zu informieren. Schon heute gibt es geführte Touren zum Hanford B Reactor, bei denen beispielsweise der ehemalige Kontrollraum besichtigt werden kann. Dieses Angebot wird jährlich bereits von zehntausenden Besuchern genutzt. Der weltweit erste Nuklearreaktor wird aber nicht nur als Nationalpark in Erinnerung bleiben. Er hinterließ auch rund 212 Millionen Liter an radioaktivem Abfall. Alleine der Unterhalt dieser Erblast kostet jährlich rund eine Milliarden Dollar.


Via: Phys.org

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