Heute feiert die Weltraumforschung einen besonderen Geburtstag. Das Hubble-Weltraumteleskop befindet sich nun seit 25 Jahren in einer Umlaufbahn um die Erde und liefert seitdem immer wieder aufs neue spannende und wichtige Erkenntnisse. Am 24. April 1990 wurde das Teleskop ins All geschossen. Der Start war etwas holprig, aber Hubble lieferte in den letzten 25 Jahren Einblicke in das Universum, die in derartiger Qualität nie da gewesen waren und bis heute von unschätzbarem wissenschaftlichen Wert sind.


Hubble

Ein schwieriger Start

Die Idee, ein Teleskop ins All zu schießen, war zu Beginn unter Astronomen, die an erdbasierte Teleskope gewöhnt waren, nicht besonders populär. Die Idee für Hubble entstand in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, seine Entwicklung begann in den 70ern. Die Idee bekam dann schnell mehr Unterstützung, und der tatsächliche Bau der Hardware begann dann 1977. Der Start war ursprünglich für 1986 geplant. Allerdings musste er nach dem tragischen Unfall des Spaceshuttles Challenger um mehrere Jahre verschoben werden. Im April 1990 war es schließlich so weit: Mit dem Spaceshuttle Discovery wurde Hubble schließlich ins All geschossen.


In den ersten Wochen jedoch sah es alles andere als gut für das Projekt aus. Der primäre Spiegel von Hubble wurde mit großer Präzision angefertigt, allerdings mit falsch angeordnetem Mess-Equipment. Das Resultat war ein Spiegel, der ein verzerrtes Bild lieferte. Hubble war zu Beginn das Ziel für eine ganze Menge hämischer Witze und Cartoons.

Aber das Hubble-Team ließ sich nicht unterkriegen. Es entwickelte Computerprogramme, die das Bild korrigierten, und der wissenschaftliche Wert der Aufnahmen erhielt nach und nach mehr Anerkennung. Das in Artikeln gezeichnete Bild änderte sich von einem kompletten Fehlschlag in ein wissenschaftliches Projekt, bei dem der fehlerhafte Spiegel nur noch kurz im letzten Absatz Erwähnung fand.

Im Dezember 1993 schließlich startete die erste Servicemission, die sich als Sternstunde der NASA, der Welraumingenieurswissenschaften an sich sowie dem Space Telescope Science Institute herausstellte. Die Ingenieure nutzten ein leere Instrumentenbox an Bord von Hubble. Diese tauschten sie mit einer mit einem komplizierten Spiegelsystem versehenen Box aus, das den Lichtstrahl des fehlerhaften Spiegels korrigierte. Außerdem wurde eine weitere Kamera zur Unterstützung angebracht. Das Projekt galt seitdem offiziell als gerettet und produzierte sogar bessere Bilder als anfangs vorausgesagt.

Seitdem wurde das Teleskop in mehreren Servicemissionen gewartet und stetig verbessert.

Hubble: Ein klarer Blick ins Weltall

Selbst am klarsten Tag des Jahres wird der Blick von der Erde aus ins All immer gestört bleiben. Das Licht der Sterne wird zum Teil durch unsere Atmosphäre reflektiert, was auch die Bilder von erdbasierten Teleskopen beeinträchtigt. Diese Beeinträchtigungen treffen auf Hubble nicht zu. Das Weltraumteleskop hat einen nahezu unbehinderten Blick, der nur durch die Größe des 2,4 Meter großen Spiegels limitiert ist. So kann Hubble Details wahrnehmen, die 25 Mal kleiner sind als die, die ein Teleskop auf der Erde aufnehmen kann. Zudem kann das Weltraumteleskop Lichtfrequenzen wahrnehmen, die normalerweise von der Erdatmosphäre gefiltert werden.

Hubble Foto

Die Detailgenauigkeit von Hubbles Bildern ist ein elementarer Teil des Erfolgs des Teleskops. Hubble hat es Astronomen beispielsweise ermöglicht, Wetterveränderungen auf anderen Planeten zu beobachten, die Reflexion von Licht durch Dunkle Materie zu messen und andere Planeten in ihrer Umlaufbahn in einem anderen Sonnensystem (!) zu entdecken. Es gelang sogar, Natrium in der Atmosphäre eines Planeten in einem anderen Sonnensystem nachzuweisen und einen Salzwasserozean auf einem Jupitermond nachzuweisen. Das geht weit über alles hinaus, was sich die Entwickler von Hubble damals vorgestellt haben.

Hubble Foto

Aber auch kurz nach dem Start waren die Ergebnisse, die Hubble lieferte, beeindruckend. 1995 nutzte der Direktor des Hubble-Programms das Teleskop, um eine Region des Weltalls für 10 aufeinanderfolgende Tage zu beobachten. Das Ergebnis war das Hubble Deep Field, das Tausende von Galaxien offenbarte. Einige davon sind 12 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Entfernungsrekord für eine von Hubble entdeckte Galaxie liegt bei 13,3 Milliarden Lichtjahren.Mit anderen Worten: Das Licht dieser Galaxien brauchte 97 Prozent der Alters des Universums, bis es Hubble erreichte.

Hubbles Tage sind gezählt

Die Wissenschaft verdankt dem Hubble-Teleskop Daten, die das Verständnis des Weltalls und seiner Entstehung elementar verändert haben. Es lieferte Erkenntnisse über Schwarze Löcher, ferne Galaxien und Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Aber auch über unser Sonnensystem lieferte Hubble neue Erkenntnisse. So konnte das Teleskop beispielsweise den Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter fotografieren und bis dahin unbekannte Monde des Plutos entdecken.

Doch trotz all dieser Erfolge wird auch Hubble nicht ewig bestehen. Mit der Einstellung des Spaceshuttle-Programms wurden auch die Servicemissionen eingestellt. Ursprünglich war das Projekt nur auf 10 Jahre ausgelegt. Inzwischen wurde dieses Ziel um 15 Jahre übertroffen. Die Astronomen sind spekulieren darauf, dass Hubble eventuell noch seinen 30. Geburtstag erleben kann. Aber früher oder später wird das Weltraumteleskop sein Ende durch verglühen in unserer Atmosphäre finden.

Allerdings steht auch schon ein Nachfolger fest: Im Jahr 2018 wird das James Webb Space Telescope ins All geschossen, um die Aufgabe von Hubble fortzuführen.

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