Die Finanzausstattung der verschiedenen Startups, die es sich zum Ziel gesetzt haben einen Hyperloop zu bauen, könnte nicht unterschiedlicher sein. Gewissermaßen an der Spitze der Nahrungskette steht die US-Firma Virgin Hyperloop One, die bereits 368 Millionen Dollar bei Investoren einsammeln konnte. Es folgt das ebenfalls aus den Vereinigten Staaten stammende Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies. Hier konnten schon rund 30 Millionen Dollar eingesammelt werden. Außerdem setzt Hyperloop TT auf eine besondere Form der Schwarmintelligenz: Es tauscht Unternehmensanteile gegen Expertise. Nun hat auch das erste europäische Hyperloop-Startup eine millionenschwere Finanzierung verkündet: In den Niederlanden sammelte Hardt mehrere Millionen Euro ein. Das meiste Geld investierte der Risikoinvestor Kees Koolen. Mit an Bord ist nun aber auch Frank Thelen, der eine sechsstellige Summe zur Verfügung stellte.


Von Amsterdam nach Frankfurt in fünfzig Minuten

Trotz der vergleichsweise geringen Mittel will Hardt-Gründer Tim Houter jetzt den Turbo zünden. Schon im nächsten Jahr soll mit dem Bau einer eigenen Teststrecke begonnen werden. Anders als bei der Konkurrenz wird diese zudem nicht einfach geradeaus verlaufen. Stattdessen wird es eine Art Weiche geben, die den Transportkapseln auch das abbiegen ermöglicht. Langfristiges Ziel ist dann ein Transportnetz, das die europäischen Metropolen miteinander verbindet. Speziell für den deutschen Markt wird hier beispielsweise die Strecke zwischen Amsterdam und Frankfurt propagiert, die sich mit dem Hyperloop in rund fünfzig Minuten zurücklegen ließe. Frank Thelen hingegen benennt lieber die Metropolen Paris, Madrid und Berlin, die mit der neuen Technologie verbunden werden sollen. Theoretisch können dabei mit dem Hyperloop sowohl Waren als auch Passagiere befördert werden.


Hardt setzt auf Kooperationen mit der öffentlichen Hand

In der Praxis allerdings wurde bisher weder das eine noch das andere realisiert. Vor diesem Hintergrund wirkt der Zeitplan von Hardt doch recht ambitioniert: Schon in sechs Jahren sollen Güter durch eine kommerziell betriebene Vakuum-Röhre geschickt werden. Die ersten Passagiertransporte wiederum sind in rund zehn Jahren geplant. Weil die finanziellen Mittel auch nach der nun abgeschlossenen Finanzierungsrunde begrenzt sind, setzt Firmenchef Houter auf die Unterstützung der Politik. So hofft er die Teststrecke in einer Region errichten zu können, die sich dadurch PR-Vorteile entspricht und deshalb das benötigte Land kostenlos zur Verfügung stellt. Anders als die amerikanische Konkurrenz will er zudem keine ganzen Schiffscontainer durch die Röhre schicken, sondern deutlich kleinere Transporteinheiten nutzen. Dies vereinfacht die Realisierung und könnte schneller für echte Einnahmen sorgen.

Via: Handelsblatt

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