Harry Potter, Frodo Beutlin, selbst der nie auffindbare Mitarbeiter im Baumarkt – sie alle haben, wovon viele träumen. Eine Tarnkappe, die einen für andere Mitmenschen unsichtbar machen kann.
Zwei Forschergruppen haben nun unabhängig voneinander zwei unterschiedliche Konzepte vorgestellt, womit dieser Traum Wirklichkeit werden könnte. Inspiriert wurden die Forscher, wie so oft, von der Natur. Kopffüßer, dazu zählen unter anderem Tintenfische und Kalmare, sind in der Lage, augenblicklich ihre Farbe sowie die Struktur ihrer Haut ändern zu können. Dazu benutzen sie Muskeln, die die Gestalt kleiner Pigmentsäcke in ihrer Haut ändert, von Kugeln zu plattgedrückten Pfannkuchen, was diese Effekte hervorruft.


Mit Plaste und Elaste in die Zukunft?

Nach ähnlichem Prinzip hat die Arbeitsgruppe um Xuanhe Zhao aus Boston ein Elastomer entwickelt, welches durch Anlegen einer Spannung in der Lage ist, ein fluoreszentes Muster hervorzurufen. Weiterhin verändert das Elastomer seine Form, es wird buckelig und wellig, was es hervorragend als Schutzschicht für Bootsrümpfe macht, da auf Grund seiner Formänderung bis zu 90% der anhaftenden Organismen zerstört (sogenanntes Anti-Fouling).

Der Vorteil besteht in der Flexibilität und der einfachen Herstellung des Elastomers, wodurch eine große Vielfalt an „tarnbaren“ Objekten entsteht. Nachteilig ist hierbei das geringe Farbspektrum, welches bedient werden kann.


Aluminiumdrähte als Bildschirm

Ein anderer Weg zur Tarnkappe könnte über die Elektronenstrahllitografie führen, wie sie von der Arbeitsgruppe um Naomi Halas von der Rice University eingesetzt wurde. Dazu werden auf einem leitfähigen glasartigen Substrat (ITO) winzige Aluminiumdrähte, 100 nm lang und 40 nm breit, mittels eines Elektronenstrahls abgeschieden. Dadurch ist es möglich, dass ein Pixel etwa 40-mal kleiner ist, als ein „herkömmlicher“ Pixel, wie man ihn von LCD-Geräten kennt.

Die Farbe entsteht hier durch die Anordnung der Nanodrähte, welche sehr exakt vorgenommen werden muss. Die Vorteile sind, dass das gesamte Spektrum des sichtbaren Lichts dargestellt werden kann und dass die Farben nicht mit der Zeit ausbleichen. Mit dieser Methode wäre es möglich, jedes Objekt zu tarnen, da die dahinter liegende Landschaft perfekt nachgebildet werden könnte. Das Problem ist allerdings die sehr aufwendige Herstellung.

Die perfekte Tarnkappe für Jedermann ist nach wie vor nur Gegenstand der Fiktion, aber Wissenschaftler zeigen, dass es möglich ist, wenn auch nur im Labor, diese in die Realität zu überführen. Die Antwort auf die Frage, ob es wünschenswert ist, wenn sich jeder tarnen kann, bleibt jedoch jedem selbst überlassen.

Quelle: newsoffice

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