Sieben Wochen nach dem Tod des berühmten Astrophysikers Stephen Hawking ist sein letzter wissenschaftlicher Aufsatz veröffentlicht worden. Gemeinsam mit dem Belgier Thomas Hertog reichte er die Arbeit beim renommierten „Journal of High Energy Physics“ ein. Die These der beiden Forscher: Der Aufbau unseres Universums ist viel einfacher als dies bei den meisten bisher gängigen Urknalltheorien angenommen wird. Zentraler Streitpunkt ist die sogenannte Inflation. Dabei handelt es sich in diesem Fall nicht um eine Vermehrung der Geldmenge, sondern um die Tatsache, dass sich das Universum unmittelbar nach dem Urknall extrem schnell ausgebreitet haben muss. Die meisten Forscher gehen aktuell davon aus, dass diese Ausbreitung dauerhaft anhält und sich das Weltall so immer weiter ausbreitet.


Unsere Milchstraße ist nur ein kleiner Teil des gesamten Universums. Bild: ESA/Gaia/DPAC

Die String-Theorie könnte neue Erkenntnisse geliefert haben

Allerdings lässt sich diese Theorie nicht auf alle Bereiche des Universums anwenden. So liegt die Erde etwa in einer Region, die sich nicht weiter ausbreitet – wodurch menschliches Leben ermöglicht wird. Aktuell wird dies zumeist damit erklärt, dass es bestimmte sogenannte „Taschen“ gibt, in denen die Inflation nicht mehr existiert. Diese wiederum sind aber durch Gebiete mit dauerhafter Inflation für immer von einander getrennt. Hawking und Hertog kamen nun aber zu dem Schluss: Diese Annahme ist so nicht korrekt. Auf Basis der String-Theorie gehen sie davon aus, dass das Universum endlich ist und eine viel einfachere Struktur besitzt als bisher angenommen. Sollte sich die neue Theorie als richtig erweisen, hätte dies gewaltige Auswirkungen auf die gesamte Astrophysik.

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Zuletzt aktualisiert am 23.04.2019

Experimente müssen die neue Theorie noch beweisen

Allerdings war Hawking – ebenso wie Hertog – ein theoretischer Physiker. Die Theorie muss also noch durch praktische Experimente überprüft werden. Möglich wäre dies beispielsweise mit dem europäischen Gravitationswellen-Observatorium Lisa – das sich allerdings noch in der Planungsphase befindet. Alternativ könnte auch die Auswertung des sogenannten Urknall-Echos wichtige Hinweise liefern. Hawking selbst wird dies allerdings nicht mehr mitbekommen. Er verstarb am 14. März im Alter von 76 Jahren und soll im Juni in Westminster Abbey beerdigt werden. Dort befindet sich auch das Grab eines weiteren großen Wissenschaftlers: Isaac Newton fand hier ebenfalls seine letzte Ruhe.

Via: Der Standard


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