Die Sonde Hayabusa flog im Jahr 2003 ins All und erreichte letztlich auch den Asteroiden Itokawa. Überschattet wurde die Mission allerdings von zahlreichen technischen Problemen. Auch deshalb konnten nur kleinere Staubkörner mit einem Durchmesser von weniger als zehn Mikrometern auf die Erde gebracht werden. Dennoch entschloss sich die japanische Raumfahrtagentur JAXA zu einer Nachfolge-Mission – und die verlief nun ausgesprochen erfolgreich. Denn die Raumsonde Hayabusa-2 landete gestern nicht nur kontrolliert auf dem Asteroiden Ryugu, sondern konnte dort auch zahlreiche Proben entnehmen. Diese werden nun auf die Erde gebracht, bevor die Raumsonde mit den noch vorhandenen Treibstoffreserven einen weiteren Asteroiden ansteuern wird. Die Forscher erhoffen sich von der Mission unter anderem Erkenntnisse darüber, wie im Zweifelsfall ein auf die Erde zu rasender Asteroid abgewehrt werden kann.


So sieht die Oberfläche des Asteroiden aus. Bild: JAXA

Trichter sollen das freigesprengte Material einsammeln

Um an die gewünschten Proben zu gelangen, musste die Sonde allerdings ein gewagtes Manöver durchführen. So näherte sie sich dem Asteroiden zunächst und schoss dann ein fünf Gramm schweres Projektil mit einer Geschwindigkeit von 300 Metern pro Sekunde auf dessen Oberfläche. Dadurch wurde Material freigesprengt, das dann mithilfe von Trichtern eingefangen wurde. Diesmal sollten auf diese Weise Proben mit einem Gewicht von bis zu zehn Gramm gesammelt werden. Übertragen wurde die Aktion unter anderem live und kommentiert auf Youtube. Alle zur Verfügung stehenden Daten deuten daraufhin, dass die Sammlung der Proben erfolgreich war. Im April soll die Aktion daher noch einmal im größeren Stil wiederholt werden: Dann wird ein 2,5 Kilogramm schweres Projektil mit 4,5 Kilogramm Sprengstoff auf den Asteroiden gefeuert.

Im Dezember 2020 sollen die Proben die Erde erreichen

Ziel der Übung ist es, auch an tiefer gelegene Gesteinsschichten zu gelangen. Der Hintergrund: Diese wurden noch nicht von Sonnenwind und kosmischer Strahlung erreicht und können so zusätzliche Informationen liefern. Im Dezember wird Hayabusa-2 den Asteroiden schließlich wieder verlassen und zurück in Richtung Erde fliegen. Verläuft alles nach Plan, kann ein Jahr später schließlich die Rückkehrkapsel abgeworfen werden. Die jetzt gesammelten Proben würden somit im Dezember 2020 die Erde erreichen und könnten dann ausgewertet werden. Wohin sich Hayabusa-2 anschließend auf den Weg machen wird, steht bisher noch nicht fest. Die beteiligten Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission aber noch in einem zweiten Punkt wichtige Erkenntnisse: Sie wollen besser und genauer verstehen, wie unser Universum überhaupt entstanden ist.


Via: The Guardian

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.