Bei der Erforschung von kleinen Himmelskörpern wie Asteroiden oder kleine Monde wie den Marsmond Phobos sind Probleme vorprogrammiert. Die Nutzung großer, schwerer Bodenfahrzeuge wie dem Mars Rover ist auf solchen Himmelskörpern nicht möglich, da es an der nötigen Schwerkraft mangelt. Deswegen muss nach leichteren, kleineren Alternativen gesucht werden. Ein Team von Wissenschaftlern hat zu diesem Zweck einen kleinen, würfelförmigen Roboter entwickelt, den sie auf den Namen Hedgehog tauften.


Igel-Roboter auf Entdeckertour

Hedgehog wurde so entwickelt, dass der kleine Roboter auf Räder verzichten kann. Stattdessen nutzen die Erfinder Schwungräder im inneren, mit denen Hedgehog die nötigen Impulse erzeugt, um sozusagen vorwärts zu rollen. Die Schwungräder rotieren in hoher Geschwindigkeit, der Impuls für den Vortrieb wird dann durch plötzliches Abstoppen erzeugt. Mit der Technologie sind überraschend präzise Manöver möglich.


Entwickelt wurde Hedgehog von einem Zusammenschluss des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, der Standford University in Kalifornien und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. “Hedgehog is a different kind of robot that would hop and tumble on the surface instead of rolling on wheels. It is shaped like a cube and can operate no matter which side it lands on”, so Issa Nesnas, der das Team vom JPL leitet.

Mit dem Tornado-Manöver aus Löchern heraus

Hedgehog ist in den derzeitigen Plänen auf ein Gewicht von etwa 9 kg ausgelegt. Das Gehäuse des Roboters wird von Spikes umgeben sein, die es sowohl schützen als auch für besseren Halt im Gelände sorgen sollen. Hedgehog soll mit mehreren Kameras und Messinstrumenten ausgestattet sein, um die Oberfläche des jeweiligen Himmelskörpers genauer unter die Lupe nehmen zu können. Sogar in brenzligen Situationen muss der Roboter nicht aufgegeben werden. Besonders Asteroiden sind oft mit tiefen Löchern übersät. Sollte Hedgehog sich in einem solchen Loch wiederfinden, steht ihm ein “Tornado-Manöver” zur Verfügung, mit dem er sich aus dieser Situation befreien kann. Dabei rotiert er mit hoher Geschwindigkeit an den Wänden des Lochs und bewegt sich so mit Hilfe der Fliehkraft nach oben, bis er wieder an der Oberfläche ankommt.

Die finanziellen Mittel für das Projekt stammen aus dem NASA Innovative Advanced Concepts (NIAC) Programm. Nach aktuellem Entwicklungsstand soll Hedgehog am Ende autonom operieren können. Es existiert bereits ein Prototyp des Roboters, der von der NASA momentan ausführlichen Tests unterzogen wird. Einer offiziellen Mission wurde Hedgehog jedoch bisher noch nicht zugewiesen.

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