In einer Studie gewannen fünf Querschnittsgelähmte durch nicht-invasive Rückenmarkstimulation neue Kontrolle über ihre Beine. Das erstaunliche Ergebnis blieb auch nach Beendigung der Therapie erhalten – und macht Hoffnung auf Heilung.


Muskelkontrolle kehrt durch Impulsgeber zurück

Die fünf querschnittsgelähmten Teilnehmer der erfolgreichen Studie des UCLA waren bereits seit mindestens zwei Jahren bewegungsunfähig. Innerhalb von 18 Wochen erhielten Sie alle sieben Tage eine 45-minütige Behandlung durch Elektroden am unteren Rückenbereich, dabei wurden ihre Beine durch von der Decke hängende Stützen stabilisiert. Die Elektroden zur transkutanen elektrischen Nervenstimulation waren dabei auf der Haut angebracht, im Gegensatz zu vorherigen Studien aus den Jahren 2011 und 2014, als ähnliche Impulsgeber noch im Bereich der Wirbelsäule implantiert wurden.


Zuerst bewegten sich die Beine der Probanden unkontrolliert, doch dann stellten sie zunehmend fest, dass sie teilweise wieder Kontrolle über ihre Muskeln erhielten. Sie konnten die durch die Stimulation ausgelösten bewussten Beinbewegungen erweitern, nach vier Therapiesitzungen hatten sie ihre kontrollierte Schrittweite verdoppelt.

Die Ergebnisse der non-invasiven Stimulation im Video

Nervenstimulation weckt geschädigtes Rückenmark auf

Die Forscher verabreichten den Studienteilnehmern in den letzten vier Wochen der Studie ein Medikament namens «Buspirone», um die kontrollierten Beinbewegungen zu intensivieren. Buspirone imitiert den Neurotransmitter Serotonin, der bei Mäusen mit Wirbelsäulenschäden Gehbewegungen auslöst. Am Ende der Studie konnten alle fünf Probanden ihre Beine ohne die elektrischen Impulse bewegen, in einem Umfang, der der Beinkontrolle während der Stimulation glich.

Einer der leitenden Wissenschaftler, V. Reggie Edgerton, äußerte sich hierzu: «Es ist, als hätten wir irgendwelche Netzwerke (im Nervensystem) wiedererweckt.» Nun möchte Edgerton die nicht-invasive Stimulation an Menschen mit partiellen Lähmungen testen. Er weist darauf hin, dass nicht jeder Gelähmte auf exakt dieselbe Therapie ansprechen wird, auch die Implantierung von Elektroden muss weiter eine Option bleiben. «Wir müssen den medizinischen Werkzeugkoffer maximieren.»

Das Kürzel der Forschungseinrichtung UCLA steht für University of California, San Francisco, and Russia’s Pavlov Institute.

Quelle: gizmag.com

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