Bisher sind noch keine Heilungsmethoden der neurodegenerativen Erkrankung „Demenz“ in Sicht. Erkrankte Menschen benötigen in der Regel viel Hilfe, die Pfleger aber auch Angehörige leisten. In Zukunft soll allerdings auch Hightech dazu beitragen, das Leben Demenz kranker Menschen zu erleichtern. Auf der Cebit in Hannover stellt die Technische Universität Chemnitz eine neue Technologie vor, die bildlos und ohne Kameras auf Basis von 3D-Sensoren abreitet und in der Lage ist Patienten zu erkennen und an Dinge zu erinnern.


ClockAnalyzer, Alzheimer, GIT
Mit dem ClockAnalyzer schon frühzeitig Alzheimer erkennen

3D-Sensoren: Mehr als nur Bewegungsmelder

Mit der Hilfe der neuen Technologie sollen Demenzkranke länger in ihrer eigenen Wohnung leben können. Die TU Chemnitz möchte die neue Sensoren-Technologie im Rahmen der Technologiemesse-Cebit, die vom 16. bis 20. März 2015 in Hannover stattfindet, vorstellen. Aktuell werden die 3D-Sensoren in einer Uni internen Laborwohnung getestet. Im Unterschied zu bisheriger Technik für Demenzkranke, arbeitet das System ohne Kameras und bildlos, so dass keine Bilder erst an eine Zentrale übermittelt werden müssen um die Wohnung von außen überwachen zu können. Die Menschen erhalten somit ein System, welches die Privatsphäre deutlich schützt und ein Leben in Unabhängigkeit somit angenehmer gestaltet.

System setzt auf akustische Signale

Julia Richter arbeitet als Forscherin an dem neuen System und erklärte gegenüber der dpa die Funktionsweise. Der Expertin zufolge verlassen die Daten des Smart-Sensor-Netzwerks nicht die Wohnung der Demenzkranken. Sollte der Erkrankte beispielsweise morgens das Bad nicht benutzen oder zu lange vor dem Fernseher sitzen, werden akustische Signale als Erinnerungsstützen abgegeben.


Benachrichtigungsfunktion für Pfleger und Angehörige

Neben der Abgabe akustischer Signale ist das System auch in der Lage Pfleger oder Angehörige bei Bedarf zu informieren. „Wenn der Patient Bildübertragungen ausdrücklich wünscht, ist das gleichfalls möglich“, so Frau Richter. Im Vordergrund stehen dabei die Erfassung und Analyse der alltäglichen Aktivitäten. „Der Sensor informiert darüber, ob die Leute ausreichend Wasser trinken, sich bewegen oder ihrer persönlichen Hygiene nachkommen.“

Technik als nützliche Ergänzung menschlicher Kontakte

Die neuen Hightech-Sensoren können menschliche Kontakte jedoch auch in Zukunft nicht ersetzen. Zu berücksichtigen gilt auch die Einstellung der Erkrankten zu dieser Thematik. Die Patienten müssen den Einsatz der Sensoren tatsächlich wollen und dürften nicht damit „überrumpelt“ werden.

Demenzerkrankungen nehmen in Deutschland zu

Knapp eineinhalb Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz. Weltweit sind schätzungsweise 44 Millionen Menschen betroffen. Je Älter man, wird desto wahrscheinlicher ist es an Demenz zu erkranken. Folglich stellt der demographische Wandel die Weichen für eine Zunahme demenzkranker Menschen. Der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft nach sollen sich die Zahlen in Deutschland im Jahr 2050 auf drei Millionen Erkrankte verdoppeln. Heilungsmethoden sind bisher nicht in Sicht, obwohl immer wieder von Durchbrüchen in der Medizin und Technik die Rede war. Dennoch haben neuste Studien bewiesen, dass eine aktive Lebensweise den Ausbruch der Demenz-Krankheit deutlich hinauszögern kann.

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