Wer in deutschen Supermärkten ganz genau hinschaut, wird in der Regel einige Produkte finden, die auf ihrer Verpackung als besonders klimafreundlich beworben werden. Tatsächlich sind sogar gleich mehrere solcher Label im Umlauf. Verbraucherschützer sehen dies allerdings eher kritisch. Denn die meisten dieser vermeintlichen Qualitätssiegel werden schlicht von den Herstellern selbst vergeben. Ob die dahinter stehenden Kriterien tatsächlich Sinn ergeben, lässt sich daher oftmals nur schwer nachvollziehen. Unser Nachbarland Dänemark hat sich daher für einen anderen Weg entschieden: Dort entwickelt der Staat ein Klima-Label, das zukünftig verpflichtend auf allen Lebensmitteln zu finden sein soll. Der Verbraucher weiß dann genau, wie stark sein Einkauf das Klima tatsächlich belastet. Abzuwarten bleibt allerdings noch, ob sich das Kaufverhalten der Verbraucher dadurch tatsächlich ändert.


Mehrere Faktoren sind für die Klimabilanz von Bedeutung

Denn schon heute dürfte die Klimabelastung in vielen Fällen kein Geheimnis sein. So ist die Bilanz einer in Deutschland angebauten Kartoffel deutlich besser als die einer importierten Avocado. Allerdings spielt nicht alleine die Länge des Transportwegs eine Rolle. Vielmehr kommt es auch auf das verwendete Transportmittel, die Lagerung und die Art der Verarbeitung an. Drei Beispiele:


1. Lebensmittel mit dem Schiff zu transportieren ist in der Regel besser als den Transport per Flugzeug abzuwickeln.

2. Unverarbeitete Lebensmittel haben eine bessere Klimabilanz als Fertigprodukte. Die Kartoffel schneidet also gut ab, während die Packung Chips eine stärkere Belastung zur Folge hat.

3. Gefrorene Lebensmittel sorgen für zusätzlichen Energieverbrauch. Auch in Deutschland angebautes Gemüse kann so unter Umständen zum Klimakiller werden.

Das Label muss richtig eingeordnet werden

Als weitere Kriterien für das in Dänemark geplante Siegel werden zudem die Art der Tierhaltung und der Einsatz von Pestiziden genannt. Begleitet werden soll das Projekt von einer umfangreichen Werbekampagne in Zusammenarbeit mit den Supermärkten des Landes. Auf diese Weise wird der Verbraucher zum einen für das Thema sensibilisiert. Zum anderen erhält er aber auch das nötige Hintergrundwissen, um die Angaben auf der Verpackung richtig einzuordnen. So sind Softdrinks in Sachen Klima eher unbedenklich. Dennoch sollten sie natürlich nicht die Basis der Ernährung darstellen. Ob ein Produkt gekauft wird, sollte daher nicht alleine von den Angaben in Sachen Klimabilanz abhängig gemacht werden. Das Siegel könnte aber zumindest dazu beitragen, die Problematik importierter Lebensmittel etwas stärker im Bewusstsein der Verbraucher zu verankern.

Via: Treehugger

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