Bei Hobby-Astronomen erfreut sich der Saturn großer Beliebtheit. Dies liegt zum einen daran, dass der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems auch mit vergleichsweise einfachen Mitteln sehr gut beobachtet werden kann. Ein Grund sind aber auch die um den Saturn kreisenden Ringe, die optisch einiges zu bieten haben. Doch neueste Forschungsergebnisse deuten nun darauf hin, dass das um den Planeten schwirrende Gestein deutlich schneller verschwunden sein könnte als bisher gedacht. Schon zuvor war bekannt, dass Geröll und Eis beständig aus den Ringen auf den Planeten fällt. Nun konnte erstmals konkret ermittelt werden, wie umfangreich das Phänomen tatsächlich ausfällt. Demnach krachen pro Sekunde 10.000 Kilogramm Gestein und Eis auf den Saturn. Der Wert liegt damit rund zehnmal so hoch wie zuvor gedacht.


Bild: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Forscher geben den Ringen noch rund 300 Millionen Jahre

Herausgefunden werden konnten die genauen Zahlen durch einen indirekten Beweis. So suchten die Forscher die Umgebung des Planeten nach dem Gas Helium-3 ab. Das Gas entsteht, wenn Partikel mit hoher Geschwindigkeit durch das All schießen. Im Fall des Saturns bedeutet dies: Je mehr Helium-3 vorhanden ist, desto mehr Material hat sich von den Ringen in Richtung Planet verabschiedet. Mithilfe der nun vorliegenden genaueren Zahlen wurde zudem versucht, zu berechnen, wie lange die Ringe überhaupt noch existieren werden. Allerdings handelt es sich um eine nicht sehr exakte Wissenschaft, weshalb die Forscher gleich drei Zahlen verbreiteten: Wahrscheinlich seien es rund 300 Millionen Jahre – es könnten aber auch 170 Millionen oder 1 Milliarde sein. In astronomischen Maßstäben gedacht, wäre dies eine recht kurze Zeitspanne.

Die neuen Daten könnten alte Fragen beantworten

Erstmals entdeckt wurde der Gesteinsregen durch die NASA-Sonden Voyager 1 und 2, die bei ihrem Weg durch unser Sonnensystem auch am Saturn vorbei flogen. Nun wurde das Phänomen noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Die gewonnenen Daten könnten auch helfen, die Frage nach der Entstehung der markanten Ringe zu beantworten. Denn bisher kommen dafür gleich mehrere Theorien in Frage und es ist nicht einmal klar, ob sie genauso alt sind wie der Saturn oder erst später entstanden sind. Bekannt ist allerdings, dass auch Jupiter, Uranus und Neptun über ähnliche – aber deutlich schwächer ausgeprägte – Ringsysteme verfügen. Es liegt daher die Vermutung auf der Hand, dass auch dort die einstmals vorhandenen Ringe im Laufe der Zeit weitgehend verschwunden sind. Diese Hypothese muss aber ebenfalls noch überprüft werden.


Via: Nasa

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