Der Nordatlantik zwischen Neufundland und Irland gilt als extrem anspruchsvolles Terrain für die Schifffahrt. Das nur zwei Meter lange und 60 Kilogramm schwere Segelschiff „SB Met“ ließ sich davon allerdings nicht aufhalten. Innerhalb von zweieinhalb Monaten überquerte es den Ozean und sorgte somit für eine Weltpremiere. Denn an Bord des Schiffes befand sich keine Besatzung. Es handelt sich somit um die erste Atlantiküberquerung eines unbemannten Segelschiffes überhaupt. Wie schwierig diese Aufgabe war, zeigt ein Blick in die Geschichte der Microtransat Challenge für Roboter-Boote. Seit diese im Jahr 2010 ins Leben gerufen wurde, haben sich schon zwanzig andere Teams an der Ozeanüberfahrt versucht. Keines der Schiffe erreichte aber den Zielhafen.


Bild: Offshore Sensing AS

Unterwegs lauerte eine ganze Reihe an Gefahren

Die „SB Met“ besteht aus einer flachen Oberfläche, die mit Solarmodulen bestückt ist und einem trapezförmigen Segel an der Vorderseite des Schiffes. Unterwegs drohten dem eigenmächtig fahrenden Boot zahlreiche Gefahren. So bekommt die Steuerungstechnik bei schweren Stürmen und hohen Wellen oftmals Probleme. Außerdem kann sich das Schiff in Fischernetzen verheddern oder schlicht von deutlich größeren Tankern überfahren werden. Grundsätzlich wurden im Bereich der autonomen Schifffahrt in den letzten Jahren aber enorme Fortschritte gemacht. Dafür verantwortlich waren verschiedene Faktoren: So ist die Elektronik heute deutlich leichter, die Solarmodule sind günstiger und es hat enorme Fortschritte in Sachen künstlicher Intelligenz gegeben. Außerdem fließen jetzt auch vermehrt Forschungsgelder in diesen Bereich.

Die Forschung könnte von den unbemannten Schiffen profitieren

Anwendungsmöglichkeiten gibt es auch schon einige. Die vielleicht verwegenste Idee: Eine Flotte von unbemannten Schiffen könnte im indischen Ozean nach dem verschollenen Flugzeug MH370 suchen. Abgesehen davon dürften sich die kleinen Boote vor allem für Forschungsaufgaben eignen. So können mit Sensoren Daten gesammelt werden oder Signale von Messstationen am Meeresboden empfangen werden. Der Vorteil der unbemannten Boote: Sie können auch in Regionen zum Einsatz kommen, die für die Besatzung zu gefährlich wären – etwa Meeresgebiete in denen gerade ein schwerer Wirbelsturm wütet. Bis es soweit ist, muss allerdings trotz des Erfolgs der „SB Met“ noch einiges an Forschungsarbeit geleistet werden. Denn das Schiff startete in der Klasse der unbemannten Boote – der Kurs durfte also vom Land aus korrigiert werden. Bei den völlig autonomen Booten ist bisher noch keine Atlantiküberquerung gelungen.


Via: Washington Post

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